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Wohin entwickelt sich der Tourismus im Frutigland?

TOURISMUS Die fünf Orte der Tourismusdestination Adelboden-Lenk-Kandersteg (TALK) haben ihre Ausrichtung definiert. Nun gilt es, diese Pläne zu einer Gesamtstrategie für die Destination zu verdichten. TALK-Geschäftsführer Dominique Lüthy erklärt, wie das gelingen soll und welche Rolle Leuchttürme dabei spielen.

Aus fünf mach eines, ohne dass sich jemand benachteiligt fühlt und alle das grosse Ganze unterstützen: Diese Aufgabe stellt sich derzeit den Verantwortlichen der Tourismusdestination. Die einzelnen Orte – Adelboden, Frutigen, Kandersteg, Kiental-Reichenbach und Lenk – haben in den vergangenen Jahren ihre touristischen Masterpläne entwickelt. Darin zeigen sie auf, wie sie sich positionieren wollen, welche Angebote vorhanden oder geplant sind und was sie vermarkten möchten.

Auf den Heim- und Fernmärkten tritt die Region als geeinte Destination auf. Damit sie sichtbar ist, müssen einzelne Stärken hervorgehoben werden. Die Folge: Projekte müssen priorisiert und Aufgaben koordiniert werden. Die Destinationsstrategie soll bis Ende dieses Jahres vorliegen. Die Leitvision dient dabei als Orientierung und hilft, Zielgruppen und -märkte zu definieren. Das sind klassische Aufgaben einer Destinationsorganisation. Zunehmend gehe es aber auch in Richtung Standortentwicklung, sagt TALK-Geschäftsführer Dominique Lüthy. Deshalb sei es wichtig, die Strategie gemeinsam mit der ganzen Region festzulegen. «Es braucht alle Partner, um Erfolg zu haben.»

Leuchttürme als verbindendes Element

Um das Leitbild mit Leben zu füllen, sind Leuchttürme wichtig: Angebote, die die ganze Destination definieren und überstrahlen, Gäste anlocken und von denen letztlich alle profitieren können. Es gehe dabei nicht um eine Vereinheitlichung oder den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern um das Verbindende in der Region, sagt Lüthy.

Als Beispiele für bestehende Leuchttürme nennt der Touristiker den Oeschinen- und den Blausee, aber auch die Engstligenfälle, die Dorfstrasse Adelboden oder das alpenquerende Wanderangebot Via Alpina. Künftig könnte die Liste um die neue Sillerenbahn «Direttissima» oder das geplante Seilbahnangebot von der Lenk nach CransMontana (Cradle) ergänzt werden. «Platz haben werden sicher auch kleinere Angebote, um die Gäste vor Ort zu begeistern. Und nicht zu vergessen: Für die ganze Destination ist die ‹Swissness›, die Echtheit, enorm wichtig. Hier kannst Du Bergdörfer erleben, die leben, die sind echt. Das macht die Region aus, ist quasi unser höchster Leuchtturm.»

Tourismus soll vor Ort akzeptiert werden

Der Erfolg der gemeinsamen Strategie kann mit Zahlen gemessen werden. Auf einer anderen Ebene zeigt er sich aber auch an der Akzeptanz des Tourismus in den Orten. «Ein wichtiges Thema», sagt Dominique Lüthy. Diese Akzeptanz wird seit einiger Zeit durch den grossen Tagesausflugsverkehr und die damit verbundenen Probleme strapaziert – im Sommer vor allem in Kandersteg, im Winter eher im Raum Frutigen–Reichenbach. «Das ist ein übergeordnetes Thema, das sicher nicht im Ort allein gelöst werden kann. Für kurzfristige Lösungen ist eine Taskforce Verkehr gebildet worden, längerfristig muss das gemeinsam angegangen werden – mit Gemeinden, Kanton, Bund, Tourismusdestination und Planungsregion», ist sich Lüthy bewusst. «Da hängen vom öffentlichen Verkehr ins Kiental über die Anbindung Fuhrenweidli in Adelboden und den Oeschinensee bis zum Autoverlad alle zusammen. Das ist keine triviale Geschichte.»

Breite Abstützung für die Strategie

Zurück zur Strategie: Die bestehenden Visionen und Masterpläne weiterzuentwickeln und zu verdichten, ist das eine. Entscheidend ist aber auch, dass das Leitbild von allen als verbindlich anerkannt und mitgetragen wird. Lüthy: «Damit das gelingt, werden Leistungsträger, Partner und Vertreter aus den Orten in den unterschiedlichen Phasen des Prozesses eingebunden:

Die Stimmen von Gemeinden, Bergbahnen, Hotellerie, Parahotellerie, Detailhandel, Gewerbe und Tourismusvereinen erhalten viel Gewicht im ganzen Prozess.» Und was passiert, wenn am Ende ein Ort Nein sagt? «Durch die breite Abstützung von Beginn weg gehe ich nicht von dieser Situation aus. Ich bin überzeugt, dass im Frühjahr 2027 alle Beteiligten die Strategie unterzeichnen werden.»

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