KANDERSTEG Seit Juni hat die Nordic Arena einen neuen Geschäftsführer: Der Frutiger Adrian Ruch, ehemaliger Bankkaufmann, Sportler und langjähriger Vereinsmensch. Er hat sich bewusst für einen radikalen beruflichen Neuanfang entschieden.
Gerade war eine Gruppe zum MountainTubing auf der Sprungschanze. Der neue Geschäftsführer Adrian Ruch hat für die jungen Leute den Guide gespielt. Dies ist zwar nicht üblich, aber gehört zum Geschäft. Am 1. Juni hat der Frutiger Adrian Ruch den Job als Geschäftsführer der Nordic Arena in Kandersteg übernommen. Er spricht offen darüber, weshalb er den sicheren Bürojob – nach 27 Jahren auf der Bank – hinter sich gelassen hat. «Die Jahre in der Finanzwelt waren geprägt von Verantwortung, Druck und Krisenmomenten, haben Spuren hinterlassen», sagt er. Der Wechsel in die Nordic Arena ist für ihn deshalb mehr als ein Job. Es ist ein Schritt in ein Umfeld, das ihm guttut: draussen sein, mit Sportlern arbeiten, Projekte bewegen, Menschen begegnen. «Hier hast du Emotionen und Freude. Wenn eine Gruppe nach einem Anlass sagt: «Fantastic, thanks a lot!», dann weiss ich, wofür ich es mache. Und Stefanie Linder unterstützt mich zudem sehr in der Administration», fügt Ruch an.
Auf vielen Schultern
Die Arena ist ein kleiner, aber komplexer Betrieb. Adrian Ruch führt Personal, organisiert Tubing-Gruppen, betreut Camper, plant Anlässe, koordiniert Reparaturen und steht gleichzeitig im Büro für Administration und Strategie. «Die letzten 25 Tage habe ich 24 davon gearbeitet», sagt er lachend, ohne zu jammern. Besonders wichtig ist für ihn die Zusammenarbeit mit der Betriebskommission, seinem engsten Ansprechpartner. Menschen wie Adrian Küenzi, Ruedi Ogi oder Kari Bieri, die seit Jahren mit der Anlage verbunden sind, geben ihm Rückhalt und lokales Wissen. «Kari kennt jeden Grashalm hier. Wenn er anruft und fragt, wie es mir geht, ist das für mich Gold wert», erklärt der neue Geschäftsführer.
Zwischen Tubing und Skispringern
Der Alltag in der Nordic Arena ist vielseitig. Mal stehen Schanzenführungen für Firmen an, mal ein Holzski-Rennen mit VR-Brille, mal ein Grossanlass des SkiClubs, dann wieder Tubing-Gruppen – dei anlässe sind ein wichtiger Baustein für die Finanzierung. Denn die Arena kämpft um jeden Franken. «Wir versuchen mit der Mantelnutzung Einnahmen zu generieren, um die Anlage nicht nur am Leben zu erhalten, sondern weiterzubringen.» Ruch denkt langfristig. Er spricht von einer Vorwärtsstrategie, von einem neuen Betriebsgebäude, von einer verbesserten Anlaufspur. Besonders am Herzen liegt ihm die Nachwuchsförderung – auch im Biathlon. Er ist Präsident des Jugendbiathlons Kandertal. «Du musst investieren, investieren, investieren. Dann kommt etwas zurück», sagt er. Und er glaubt fest daran, dass die Nordic Arena ein Ort bleiben soll, an dem junge Talente Perspektiven finden.



