TOURISMUS In den jetzigen Spätsommerwochen wird in der Schweiz eine Initiative ins Leben gerufen, die sowohl von ausländischen Gästen als auch von Schweizer Einwohnern eine genauere Betrachtung verdient. Wir erklären die Grundlagen der nationalen Kampagne «Reisen mit Vorsicht. Urlaub mit Erinnerungen» in Deutsch für alle aus der Region und in Englisch für unsere Touristen.
Die Schweiz ist eines der beliebtesten Reiseziele der Welt. Damit Tourismus langfristig als Bereicherung erlebt wird, bedarf es einer guten Zusammenarbeit zwischen Gästen und der lokalen Bevölkerung. Genau hier setzt «Reisen mit Vorsicht. Urlaub mit Erinnerungen» an – als koordinierte landesweite Schweizer Initiative. Das mehrjährige nationale Projekt wird gemeinsam von den vielfältigen Akteuren der Schweizer Tourismusbranche getragen. Mit einfachen, positiv formulierten Empfehlungen wird das Bewusstsein für einen respektvollen Umgang mit Natur, Menschen und lokalen Bräuchen geschärft.
Selbstverständlich begleiten ausländische Botschaften ihre Gäste auf ihrer Reise – von der Planung bis zum Aufenthalt vor Ort. Gleichzeitig unterstützt die neu gestartete Schweizer Initiative Destinationen und Tourismusbetriebe dabei, den Austausch zwischen ausländischen Gästen und Einheimischen zu fördern. Damit trägt sie zu einem Tourismus bei, der Gäste und Gastgeber gleichermassen verbindet und daher auf beiden Seiten positiv in Erinnerung bleibt.
Aufschlussreiche Ergebnisse einer vorangegangenen Umfrage
Vor der Konzeption der nachfolgend beschriebenen Massnahmen wurde eine repräsentative Umfrage in der Schweiz durchgeführt. Eine Umfrage, die einerseits als Grundlage für die entwickelten Massnahmen diente und andererseits deren Bedeutung unterstrich.
Zwei von drei Schweizer Befragten bewerten die Auswirkungen des Tourismus positiv. Unter denjenigen, die eine negative Meinung äussern, werden insbesondere Massentourismus, Kulturverdrängung und respektloses Verhalten als Störfaktoren genannt.
Empfundene Respektlosigkeit verursacht tiefen Schmerz
Die Studie zeigt, dass als respektlos empfundenes Verhalten tiefgreifende und nachhaltige Auswirkungen auf die Befragten haben kann. Dazu gehört auch Respektlosigkeit • gegenüber Einheimischen und ihren eigenen Familien; • gegenüber der Natur; • durch oberflächlichen Konsum, der mangelndes Interesse an Land und Leuten verrät. Diese Einblicke in die öffentliche Stimmung machen gezielte Sensibilisierungsbemühungen umso wichtiger.
Halten sich Gäste an Regeln?
Nicht alle Reisenden sind mit den Gepflogenheiten eines Landes vertraut. Dementsprechend äussern 23 Prozent der Befragten Zweifel daran, dass sich internationale Gäste in der Schweiz konsequent daran halten. Allerdings werden inländische Touristen auch nicht einheitlich als regelkonform wahrgenommen: 6 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass auch sie sich nicht immer an die Regeln halten. Schliesslich sind wir alle Menschen.
Die Komponenten der Initiative
Der Gesamtanspruch der Schweizer Nationalinitiative klingt leicht nachvollziehbar: Ein wenig Überlegung kann viel bewirken. Um die schönen Erlebnisse während des Aufenthaltes in der Schweiz stets in Erinnerung zu behalten, ist daher ein respektvolles Miteinander mit den Menschen, die hier zu Hause sind, unerlässlich.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht daher eine Reihe von Empfehlungen, die zeigen, wie Gäste mit kleinen Gesten zu einem fruchtbaren Miteinander beitragen können. Hier ein Auszug: • «Räume sauber halten» • «Gepäck richtig verstauen» • «Nehmen Sie Rücksicht auf Mitreisende» • «Warte, bis du an der Reihe bist» • «Fahrregeln beachten» • «Privateigentum respektieren» • «Fragen Sie, bevor Sie Fotos machen» • «Seien Sie an ruhigen Orten aufmerksam» • «Unterstützen Sie lokale Unternehmen» Darüber hinaus wird besonderer Wert auf den Schutz der Schweizer Natur gelegt. Zusammenfassend lässt sich sagen: • «Danke, dass Sie unsere Natur schützen» • «Auf markierten Wegen bleiben» • «Abfälle ordnungsgemäss entsorgen.» • «Respektieren Sie die Tierwelt und die Natur» • «Seien Sie im Freien vorbereitet» Wie geht es in naher Zukunft weiter?
Der Schweizer Tourismus-Verband als Vorstand wird die Kampagne in einigen Leuchtturmdestinationen wie Luzern oder Interlaken ausrollen. Seit Beginn der Kampagne im April 2026 waren sie Vorreiter der Idee und konnten bereits eine grosse Resonanz bei den Beteiligten, Bürgern und Touristen vor Ort erzielen. Und auch einige Dörfer im Oberland sind dabei, die Kampagne zu adaptieren und die vielfältigen Elemente in ihre Kommunikation und Eventorganisation einzubauen. Spiez zum Beispiel passt derzeit die als angemessen befundenen Elemente an und ist dabei, neue und angepasste Formen der Interaktion mit ihrer touristischen Kundschaft zu entwickeln.



