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Heidi Thomann-Baumberger

Heidi Thomann-Baumberger wurde am 6. Juli 1930 in Aeschi geboren und am 11. Juli 2026 durfte sie in der Oertlimatt in Krattigen Abschied von dieser Welt nehmen. Ihr Leben führte sie an die verschiedensten Orte und doch liess der Ausblick auf den Niesen sie nie los.

Am 6. Juli 1930 erblickte Heidi in Aeschi in der Pension Beausite das Licht der Welt. Sie war das zweite Kind von Adolf Baumberger aus Koppigen und Luise Baumberger-Hählen von der Lenk. Ihr Bruder Erwin war ein Jahr früher auf die Welt gekommen. Die Eltern hatten den Betrieb mit Bäckerei im Jahr 1928 von Verwandten übernehmen können. Im Sommerhalbjahr kamen viele Gäste in die Pension und es herrschte viel Betrieb. Im Winterhalbjahr lebte die Familie von den Einkünften der Bäckerei und des Verkaufslokals.

Viel erzählte Heidi von der prägenden Zeit des Zweiten Weltkrieges. Zum Glück musste der Vater nicht ins Militär einrücken. In einer Bäckerei galten aber damals strenge Regeln. Die Lebensmittel waren rationiert und mit Lebensmittelmarken musste sorgsam umgegangen werden. Wehe, wenn etwas nicht genau eingehalten wurde, z.B. das Brot auf dem falschen Regal landete, dann zog dies eine Busse der Kontrollbehörden nach sich.

Die Pension beherbergte in dieser Zeit oft Militär. Die Soldaten schliefen in Zimmern, die mit Stroh ausgelegt waren. Ein Leben als Kleinfamilie gab es nicht. Dafür viel Betrieb, Musik am Abend bei verdunkelten Fenstern und fröhliche Stunden in der Gemeinschaft mit Menschen. In dieser Zeit entstand auch eine lebenslange Freundschaft mit einer Familie aus Zürich, die aus Angst, dass die Schweiz auch besetzt werden könnte, Zuflucht im Berner Oberland suchte.

Heidi verbrachte die Kindheit und die Schul- und Jugendzeit in Aeschi. Nach der Schule ging Heidi als Au-pair nach Genf. Danach war ihre Mithilfe im Betrieb wegen häufiger Krankheit der Mutter wieder sehr gefragt und nötig. Mehrere Wintersaisons verbrachte Heidi in Grindelwald im Hotel Belvedere und arbeitete dort schliesslich als Obersaaltochter. Von dieser Zeit erzählte sie gerne. Es waren arbeitsreiche Tage, jedoch erlebte sie auch fröhliche Abende mit Musik mit den «Boss-Buebe», Tanz und vielen Erlebnissen im Schnee.

Das Jahr 1962 brachte grosse Veränderungen mit sich. Der Bruder übernahm nun mit seiner zukünftigen Frau das Beausite und Heidi heiratete Gottfried Thomann, der auch in Aeschi aufgewachsen war und mit seinem Bruder die Firma Gebrüder Thomann Holzbau führte. Die Familie bekam drei Kinder und konnte dann in den späten 60erJahren in eine grössere Wohnung an der Mülenenstrasse 8 ziehen. Dort lebte und wirkte Heidi während mehr als 50 Jahren.

Heidi war nun Mutter und Familienfrau. Sie engagierte sich in der Familie, im Haus und im Garten. Gerne besuchte sie Handarbeits- und Bastelkurse und stellte wunderschöne Arbeiten her, manchmal für die Familie und manchmal, um anderen eine Freude zu bereiten. Sie nahm rege am Gemeinschaftsleben in Aeschi teil, sei es im Frauenturnverein, im Frauenverein, in der Brockenstube, im Arbeitskreis und in anderen Gruppen. 60 Jahre lang war sie aktive Sängerin im Gemischten Chor Aeschi.

Nach der Pensionierung konnte Heidi zusammen mit ihrem Ehemann ein paar

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