SPORT Nur noch zweimal schlafen: Am Sonntag findet der vierte Trail Run Aeschiried statt. Der Anlass bietet Läuferinnen und Läufern unterschiedlicher Leistungsstufen die Möglichkeit, die malerische Bergwelt rund um den Thunersee zu erleben. Organisiert wird der Event vom Verein Trail-Maniacs, genauer gesagt von der Crew Berner Oberland. Im Zentrum steht nicht der wettkampforientierte Leistungssport, sondern vor allem das gemeinsame Erlebnis in der Natur unter dem Motto «minimum essentials – great adventure».
Das Organisationskomitee (OK) steckt mitten in den letzten Vorbereitungen. Dazu gehören die Finalisierung der Anmeldungen sowie die Planung für den Fall von schlechtem Wetter. Marc Schneider, Mitglied des OK Trail Run Aeschiried und Leiter der Crew Berner Oberland der Trail-Maniacs, erklärt den Ablauf kurz vor dem Start: «Wir markieren die Trails mit spezieller Kreide, die vom Regen wieder weggewaschen wird. Deshalb machen wir das erst kurzfristig am Sonntagmorgen.» Zudem wurde die Tage ein temporäres Festgelände aufgebaut, an dem eine Festwirtschaft und ein Massage-Dienst präsent sein werden. Die Wetterprognosen für das Wochenende zeigen sich vielversprechend: Nach der extremen Trockenheit und Hitze sind die Temperaturen gemässigter – es sollten ideale Laufbedingungen herrschen. «Darüber bin ich sehr froh», so Marc Schneider. Er nimmt selbst als Läufer teil und betont die Bedeutung angenehmer Bedingungen: «Bei grosser Hitze unterwegs zu sein, kann auch aufs Gemüt schlagen, eine Abkühlung an diesem Wochenende nehmen wir also gerne entgegen.»
Anforderungen an Trailrunner
Trailrunning hat in den vergangenen Jahren an Beliebtheit gewonnen. Beim Trail Run Aeschiried bewegen sich die Teilnehmerzahlen meist zwischen 80 und 100 Personen. Wie jeder Sport erfordert auch dieser spezifische Voraussetzungen. «Trailrunning ist ein Sport, der Ausdauer und Belastungsfähigkeit erfordert», erläutert Marc Schneider. Neben der körperlichen Fitness seien belastbare Gelenke notwendig, was besonders beim Bergablaufen bemerkbar werde.
Ein grundlegendes Laufvolumen ist für eine erfolgreiche Teilnahme unerlässlich. Dies gilt insbesondere für die Königsdistanz über 52 Kilometer. «Um dafür fit zu sein, müssen Läuferinnen und Läufer in der Vorbereitung am besten wöchentlich dieses Volumen gelaufen sein, um den Run gut durchziehen zu können», so Schneider. Nebst dem reinen Laufpensum spielen auch die Technik, die Trittsicherheit und die Kenntnis des Geländes eine entscheidende Rolle für einen guten Trailrunner.
Sportevent in familiärem Rahmen
Was den Trail Run Aeschiried von anderen Berglaufveranstaltungen unterscheidet, ist der familiäre Rahmen. Es gibt keinen vorzeitigen Anmeldeschluss; eine spontane Teilnahme ist noch am Durchführungstag selbst möglich. «Jeder und jede bekommt einen High Five», beschreibt Marc Schneider die Atmosphäre im Ziel, wo der Einlauf mit Kuhglockengeläut begleitet wird. Der Anlass bleibt seinem Gründungsgedanken treu: einen Lauf zu bieten, der ein Abenteuererlebnis in der Natur ist – ein grosses Erlebnis mit möglichst wenig Aufwand.
Die Streckenführung nutzt die vorhandene Infrastruktur der Region. Aus serdem sind die Trainings-Trails des Trail Run Aeschiried ganzjährig mit Wegweisern ausgeschildert und können auch bewandert werden. Dies geschieht in Absprache mit den Berner Wanderwegen und den Gemeinden. «Es ist somit auch ein zusätzliches Routenangebot für Wanderinnen und Wanderer und damit verbunden ein Beitrag an die Tourismusförderung», hält Schneider fest. Bezüglich des Naturschutzes appelliert das OK an die Eigenverantwortung der Teilnehmenden. Bisher habe es keine Reklamationen von Land- oder Waldbesitzern gegeben. Der Einsatz von biologisch abbaubarer Kreide zur Markierung und die frühzeitige Kommunikation mit den Beteiligten spielen dabei zentrale Rollen.
Das Streckenangebot reicht vom «Geniesser» über 12 Kilometer bis zur anspruchsvollen Königsdistanz über 52 Kilometer mit rund 4200 Höhenmeter hinauf zum Morgenberghorn. Während die kürzeren Distanzen auch für Einsteiger geeignet sind, fordert die längste Strecke erfahrene Athleten heraus. Ergänzt wird das Programm durch einen Kids-Trail für die jüngsten Bergsportfans.



