Die 30. Bernische Handmähmeisterschaft vom 23. August wurde zu einem eindrucksvollen Schaulaufen der regionalen Mähkunst. Auf den Wiesen von Frutigen zeigten Athletinnen und Athleten aus dem Frutigland starke Leistungen und prägten die Ranglisten in zahlreichen Kategorien. Besonders stark präsentierte sich der Nachwuchs. Auch die Ost- und Innerschweizer waren mit zahlreichen vorderen Rängen vertreten.
In den Jugendkategorien war die Präsenz aus Frutigen besonders markant. Bei den Jugend Mädchen überzeugten Ladina Schneider mit Rang acht, Andrina Schneider mit Rang elf und Sonja Gasser mit Rang zwölf. Bei den Jugend Knaben erreichten Marco Allenbach Rang vier und Jonas Allenbach Rang elf. Fabian Wyssen und Florian Hager folgten auf den Rängen 16 und 19. In der Kategorie Jugend Herren zwölf Meter klassierten sich Marco Wyssen auf Rang elf, Karl Gasser auf Rang 13 und Mattias Lörtscher auf Rang 15. Auch Adelboden war prominent vertreten. Bei den Jugend Damen erreichte Alice Reichen Rang neun. Bei den Jugend Herren zwölf Meter zeigten Livio Trachsel mit Rang sieben und Luis Reichen mit Rang acht starke Leistungen. Bei den Damen eins erreichten Anina Trachsel Rang zehn und Ladina Trachsel Rang 16. Ursula Schranz holte bei den Damen zwei Rang fünf. Aus Aeschiried überzeugten Joana Wüthrich mit Rang neun bei den Jugend Mädchen und Manuela Wüthrich mit Rang vier bei den Damen zwei. Besonders Manuela Wüthrich zeigte eine technisch saubere und konstante Leistung. Achseten war in mehreren Kategorien vertreten. Bei den Jugend Herren zwölf Meter klassierten sich Jakob Reichen auf Rang neun und Aron Reichen auf Rang zwölf. Bei den Herren zwei erreichten Hermann Reichen Rang zehn und Berchtold Reichen Rang 14. Hansueli Lauber holte bei den Herren drei Rang sieben. Ried gehört seit Jah-
Mädi Trachsel war bis anhin immer auf der Alp Chratzchumi. Nun nahm sich die 80-Jährige Zeit, ihre Enkelkinder Anina (l.) und Ladina Trachsel von der Seite aus zu motivieren. Der 11-jährige Aron Reichen war zum fünften Mal dabei.
Peter Allenbach war zufrieden mit seiner Leistung. Mit seinen 76 Jahren nahm er zum 26. Mal teil. Erna Allenbach war mit ihren 77 Jahren die älteste Teilnehmerin und machte nur noch aus Plausch mit.
ren zu den Zentren der regionalen Mähszene. Das zeigte sich auch 2026. Florian Wyssen erreichte bei den Jugend Herren Rang zehn. Beatrice Wyssen wurde bei den Damen eins Elfte, während Dori Wyssen bei den Damen zwei den Sieg holte. Bei den Herren eins erreichte Lorenz Wyssen Rang fünf und Mario Wyssen Rang 14. Bei den Herren drei gewann Hansueli Wyssen die Kategorie. Johann Inniger wurde Vierter, Hansjörg Wyssen Achter, Martin Wyssen Zwölfter und Gerhard Wyssen Dreizehnter.
Ein Fest der Tradition und Präzision
Die 30. Austragung zeigte eindrucksvoll, wie lebendig die Mähtradition im Oberland geblieben ist. Die Athletinnen und Athleten sorgten für ein sportliches Fest, das regionale Verbundenheit und handwerkliches Können vereinte. Mario Kurzen ist seit rund fünf Jahren Präsident des Handmähvereins. Die Jubiläumsausgabe verzeichnete 145 Teilnehmende aus der Innerschweiz und der Ostschweiz. Früher fanden mehr Wettkämpfe statt, inzwischen sind es nur noch drei grosse Veranstaltungen in der Innerschweiz, in Bern und in der Ostschweiz. Für das Jubiläum wollte das Organisationskomitee etwas Besonderes bieten. Statt des früheren Mannschaftsmähens für Kinder wurde ein Schaumähen organisiert. Drei Sektionen mähten Vierecke, in denen eine «30» stehen bleiben musste. Die schönste Insel gewann.
Wie geht Handmähen?
Das Wettkampfareal umfasste 1,5 Hektaren. Die Mäher bestimmten ihre Breite selbst, gewertet wurde die benötigte Zeit pro Quadratmeter.
Die Besten mähten mit 1,30 Meter langen, extrem dünn gedengelten Sensen. Schon ein kleiner Maushaufen konnte die Sense beschädigen. Mario Kurzen betonte die Tradition des Sports und hob hervor, dass Handmähen zeige, dass nicht alles mit Motormähern erledigt werden müsse. Auch das Vereinsleben spiele eine wichtige Rolle. Rund 40 bis 50 Helferinnen und Helfer standen ehrenamtlich im Einsatz.
Eine Frau mit Übersicht: Sekretärin Anina Trachsel
Anina Trachsel, die Sekretärin des Vereins, erklärte, dass bei konstant bleibenden Teilnehmerzahlen auch immer wieder neue Namen auftauchten. Besonders stark sei der Nachwuchs gewesen, während Teenager und junge Frauen häufig ausstiegen. Sie wünscht sich, dass Handmähen nicht als «Hinterwäldlersport» wahrgenommen wird. Auch junge, weltoffene Frauen könnten mähen und Freude an diesem Sport haben. Für sie sei Handmähen wie eine Familie: Man sehe sich dreimal im Jahr, pflege die Tradition und lebe die Gemeinschaft. Gleichzeitig sei der Sport modern und offen. Am Abend zog Trachsel trotz der geringen Grasmenge ein positives Fazit. Das Fest war gelungen, die Gäste waren zufrieden, die Festwirtschaft funktionierte und auch das Wetter spielte mit. Zudem ging ein Dank an Kathrin und Christoph Schneider, die Landeigentümer. «Es ist nicht selbstverständlich, dass wir jedes Jahr das Land benutzen dürfen.»
Auszug Rangliste Kranzgewinner:
Jugend Knaben, 6 Meter: Hager Lukas, Frutigen, Allenbach Marco, Frutigen. Damen 2, 12 Meter: Wyssen Dori, Ried. Herren 1, 24 Meter: Wyssen Lorenz, Ried. Herren 2–24 Meter: Werder Toni, Frutigen. Herren 3, 24 Meter: Wyssen Hansueli, Ried, Inniger Johann, Ried.



