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Chartstürmer, Legenden und Schweizer Power

Am letzten Wochenende feierten rund 19 000 Besuchende am neunten Seaside Festival in der Spiezer Bucht. Das Line-up bot erneut eine Mischung aus internationalen Chartstürmern, legendären Bühnenpersönlichkeiten und starken Schweizer Formationen.

Das Team vom Samstag: (v. l.) Monika Kleinöder, Nadine Sommer, Giocanni D'Acunto, Stefan Bettschen und Francesco Buono. Freddy Scherrer (l.) und Leo Leoni von Gotthard rockten von der ersten Minute an mit Vollgas los.

Gotthard trat am Sea Side Festival in Spiez auf und kehrte damit an einen Ort zurück, der für die Band positive Erinnerungen weckt. Die Formation um Sänger Nic Maeder sowie die Gründungsmitglieder Leo Leoni und Marc Lynn. Letzterer wurde von Gitarrist Freddy Scherer vertreten, der das Interview gab.

Gotthard präsentierte in Spiez einen Mix aus grossen Hits und neuen Songs, also ein kompaktes Best Of Programm. Scherer erklärt: «Ein Cocktail von den grossen Songs der Bandgeschichte, aber auch ein paar Neue wären mit dabei.»

In den vergangenen 18 Monaten hatte die Band zwei neue Alben veröffentlicht. Der Fokus liege nun darauf, Teile dieser neuen Musik live zu präsentieren, so Freddy Scherer. Im Gespräch betonte er, wie sehr die Band ihre Herkunft schätze. Früher habe man das Gefühl gehabt, aus der Schweiz heraus zu müssen. Heute sehe man die Vorteile und die Schönheit des Landes klarer. Musikalisch seien die Einflüsse jedoch international geprägt. «Wir sind stolz eine Schweizer Band zu sein … Musikalische Einflüsse sind allerdings eher im Ausland, etwa in England und USA, zu finden.» Gotthard versteht sich weiterhin als klassische Rockband mit Wurzeln in den 70-er und 80-er Jahren. Besonders erfreut zeigte sich die Gruppe darüber, wie stark dieser Stil auf Festivals gefeiert wird.

Erinnerungen ans Berner Oberland

Besonders präsent war die Erinnerung an das Snowpenair 2024 in Grindelwald, das wettertechnisch herausfordernd gewesen war. Scherer schildert: «Unser Tourmanager musste uns zwischen den Liedern heisse Tassen auf die Bühne bringen, damit wir unsere Gitarristenfinger wieder auftauen konnten.» Trotz der Kälte sei die Stimmung grossartig gewesen. «Wir haben schöne Erinnerungen von unserem letzten Konzert am Seaside und freuen uns deshalb umso mehr, dieses Jahr wieder dort zu spielen.»

Sens Unik begeisterte am Sea Side in Spiez

Direkt am See, mit Blick auf das Wasser und einem Publikum, das die Band über Jahre hinweg begleitet hatte, verabschiedete sich Sens Unik am Samstag vom Festivalsommer 2026. Beim Seaside in Spiez präsentierte die Schweizer HipHop-Formation ein vielseitiges Set, das grosse Hits mit selten gespielten Stücken und neuem Material verband.

Die aktuelle Formation mit Carlos Leal, Just One, Déborah Bio und Jiggy Jones genoss den Auftritt sichtlich und zeigte während rund einer Stunde, dass die Musik der Gruppe auch Jahrzehnte nach ihren ersten Erfolgen nichts von ihrer Wirkung verloren hatte.

«Sens Unik stellt eine Mischung aus Radiohits und weniger bekannten Songs zusammen. Ein bewusster Entscheid», erklärte Carlos Leal. Die Band habe nicht nur die bekannten Titel spielen, sondern auch jene Seite von Sens Unik zeigen wollen, die viele Fans bisher noch weniger gekannt hätten. Dass es überhaupt neues Material gab, war ursprünglich nicht geplant. Die erfolgreiche Wiedervereinigung im Sommer 2025 hatte der Band jedoch neuen kreativen Schwung verliehen. Nach neun Festivalauftritten im Sommer folgte eine fast ausverkaufte Wintertour durch Clubs. Auch die Sommertour 2026 verlief erfolgreich. Das Seaside in Spiez bildete deren Abschluss.

Ein besonderer Abschluss in Spiez

Für Sens Unik war Spiez mehr als nur ein weiterer Konzertort. Carlos Leal bezeichnete den Aufenthalt als besonders und schwärmte von der Lage direkt am See. Die Band blieb zwei Tage in Spiez und nutzte die Zeit, um gemeinsam auf dem Wasser unterwegs zu sein. Die besondere Umgebung trug damit auch abseits der Bühne zur Stimmung des Aufenthalts bei. Während des Konzerts zeigte sich Carlos Leal gewohnt offen und zugänglich. Die Nähe zum Publikum spielte für die Band eine wichtige Rolle.

Nach Jahren der Pause sei es für Sens Unik besonders wertvoll gewesen, wieder so viele Menschen zu treffen. Die Reaktionen der Fans seien ein wichtiger Teil der Motivation und hätten wesentlich dazu beigetragen, dass die Reunion so erfolgreich verlaufen ist.

Nach dem Auftritt blieb Sens Unik noch bei den Fans. Am Merch-Stand nahm sich die Band Zeit für Gespräche, Fotos und Begegnungen. Der offene Austausch passte zum Abend und unterstrich die besondere Nähe, die Sens Unik auch nach vielen Jahren zu ihrem Publikum bewahrt hatte. Auf die nächste Gelegenheit, Sens Unik wieder live zu erleben, müssen die Fans noch warten: Erst im Winter 2027 steht die Gruppe wieder auf der Bühne Stefan Bettschen feiert fünf Jahre Zwischen Bass, Bucht und Bühnenlicht war auch dieses Jahr ein vertrautes Gesicht zu sehen: Stefan Bettschen aus Krattigen, Mitgründer der Kitchen Reunion GmbH und Kopf hinter der Thai Wok Kitchen. Für ihn war das Seaside Festival sein Fünf-Jahr-Jubiläum.

Seit 2022 ist Stefan Bettschen aus Krattigen mit seinem Team am Seaside dabei. Damals frisch selbstständig, heute ein etabliertes Gastro-Unternehmen mit mehreren Standorten in der ganzen Schweiz. Das macht den Auftritt für ihn besonders: «Das Seaside ist unser Heimspiel. Unsere Firma sitzt in Krattigen, hier kennen wir die Leute, hier fühlen wir uns zuhause.» Der Einstieg kam über Kontakte: Das Festival suchte ein Thai-Food-Konzept, während Bettschen gerade den ersten Standort der Thai Wok Kitchen in Basel eröffnet hatte. Das Timing passte perfekt und die Beziehung zum Seaside wurde über die Jahre zu einer echten Herzensangelegenheit.

Stefan Bettschens Festivalmomente

Als Hip-Hop-Fan freute sich Stefan Bettschen besonders auf Sens Unik – der Soundtrack seiner Jugend, nun endlich live am See. Und natürlich Gotthard: Schweizer Rock, der einfach dazugehöre. Zum Schluss wurde Bettschen ernst und dankbar: Er bedankt sich beim OK des Seaside Festivals um Daniel Schmid für die herausragende Organisation, bei seinen Geschäftspartnern Patrick Sigron und Sebastian Claus für den enormen Effort im Hintergrund und bei der gesamten StandCommunity. «Man hilft sich gegenseitig, zieht am selben Strick, genau dieser Vibe macht das Seaside so einmalig.»

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