Die Gemeinde Spiez pusht am Gygerrain in Faulensee ein überdimensioniertes Projekt. Weshalb? Welche versteckten Interessen stecken dahinter? Gemäss Protokoll der GGR-Sitzung vom 25. März 2024 wurden bereits bis Ende 2023 rund 40 000 Franken Steuergelder für ein Planungsbüro, externe Experten, Kommunikation und interne Kosten ausgegeben. Zum Nutzen eines einzelnen Investors soll die Spiezer Stimmbevölkerung einer Zonenplanänderung vom bisherigen W2S ins W8 (ZPP Nr. 18) zustimmen, damit oben erwähnter Investor aus Thun am Ende eines Wohnquartiers in Faulensee ein Hochhaus bauen kann. Der Gemeinderat bestätigt, dass hier teurer Wohnraum entstehen wird mit 20 Prozent Zweitwohnungsanteil. Vermietungen über Airbnb sind angeblich ausgeschlossen. Ein entsprechendes Reglement gibt es aber nicht. Trotzdem wird behauptet, dass dies der Wohnungsnot für Familien entgegenwirken soll. Dies alles weit entfernt von öV, Einkaufsmöglichkeiten und Schulhaus … das ist kein funktionierendes, verdichtetes Bauen! Es existiert kein Verkehrskonzept für die enge, gut 500 Meter lange Zubringerstrasse ohne Ausweichmöglichkeit für zwei sich kreuzende PWs. Wie soll der jährliche Mehrverkehr von ca. 36 000 Autofahrten (von der Gemeinde mit 50 bis 100 pro Tag berechnet) bewältigt werden? Der ganze Bauverkehr wäre gefährlich und unzumutbar und auch der Quellenhofweg weiter vorne würde mit allem überbelastet! Die Verminderung des vorgeschriebenen Waldabstandes und der Eingriff ins unmittelbar angrenzende Totalwaldreservat wird mit der angeblich notwendigen Neophytenbekämpfung, die eigentlich Sache des Eigentümers wäre, verharmlost. Bezüglich der Gefahr für den instabilen Hang über dem stark begangenen Strandweg zwischen Spiez und Faulensee sowie der Fischzucht wird mit dem Abschieben der Verantwortung auf den Bauherrn seitens der Gemeinde zu wenig Verantwortung übernommen. Es bleibt zu hoffen, dass sich der GGR Spiez bei der Abstimmung am 7. September seiner Verantwortung bewusst ist.
REGULA GLAUS, FAULENSEE



