Der Bernisch-Kantonale Nationalturntag fand in diesem Jahr in Dotzigen statt. Die Frutigländer überzeugten im Seeland. Alle sieben Nationalturner konnten sich auszeichnen lassen. Drei Kränze, vier Zweige und vier Podestplätze zeigen eine starke Bilanz.
In Dotzigen starteten 137 Nationalturner aus der ganzen Schweiz bei idealen Bedingungen zum Wettkampf. Während bei den Jüngsten vor allem die starken Thurgauer dominierten, gewannen in den oberen vier Kategorien allesamt Luzerner Turner. Die Berner waren jedoch zum Teil sehr nahe am Sieg. In der Kategorie A waren von den 34 startenden Turnern 23 aus dem Gastgeberkanton. So gewannen die starken Berner elf der 16 abgegebenen Kränze. In den unteren Kategorien zeigten die Frutigländer ihre Stärke, anderen jungen Bernern fehlte zum Teil das Glück.
Dubach verpasst den Sieg nur knapp
In der Kategorie A konnte sich der Reichenbacher Damian Dubach für den Schlussgang qualifizieren. Sein Gegner war der zähe Schwinger und starke Nationalturner David Wüest. Dubach zeigte seine Athletik bereits in den Vornoten. Im Steinheben und Steinstossen erzielte der Reichenbacher die Maximalnote zehn. Auf der schwierigen Anlage im Hochweitsprung sprang der 20-Jährige mit 1,40 Meter am höchsten, die Note 9,4 war der Lohn. Der 100-m-Sprint war auf Rasen und darum sehr zäh, um eine gute Note zu erzielen. Mit 12,9 Sekunden war Dubach einer der wenigen unter 13 Sekunden, die Note 9,1 schaute heraus.
Einzig im Weitsprung zeigte sich der Zimmermann nicht ganz zufrieden, da er dort 1,7 Punkte verlor. Nach einem Sieg im Schwingen stellte er im Ringen gegen seinen späteren Schlussganggegner. Nach einem souveränen Sieg im Schwingen folgte im Ringen ein Exploit. Dubach besiegte mit dem Thurgauer Aron Kiser den aktuellen Schweizermeister im Nationalturnen und stand so im Schlussgang. Dort war Dubach mehrere Male sehr nahe am Sieg, David Wüest zeigte aber, dass er mit seiner unglaublich starken Brücke ein starker Defensivkünstler ist. So rettete sich der Innerschweizer über die Zeit und gewann dank Punktevorsprung den Berner Nationalturntag. Dubach klassierte sich als bester Berner auf dem hervorragenden zweiten Rang.
Gebrüder Schärz mit Kranzpremiere
Die Gebrüder Remo und Adrian Schärz sicherten sich in Dotzigen ihren ersten Kranz im Nationalturnen. Während ihr älterer Bruder Fabian diesen bereits am Eidgenössischen Nationalturntag gewonnen hatte, zeigten nun die jüngeren beiden starke Leistungen. Der 20-jährige Remo Schärz büsste in seinen vier Vornoten rund sieben Punkte ein. Doch dann folgte eine fulminante Aufholjagd.
Schärz zeigte seine Kampfübersicht und seine gute Technik und gewann gegen alle seine sechs Gegner im Ringen und Schwingen und holte sich mit 92,1 Punkten im siebten Rang das begehrte Eichenlaub. Der 18-jährige Adrian Schärz hätte gar noch in der Leistungsklasse 2 starten können. Als zweifacher Kranzschwinger hatte er aber das Ziel, nun auch im Nationalturnen zu kranzen. In seinen vier Vornoten büsste der Zimmermannlehrling knapp fünf Punkte ein. In den Zweikämpfen blieb der Aeschiner unbesiegt, im Ringen stellte Schärz zwar dreimal, seine drei Gegner im Schwingen konnte der 186 Zentimeter grosse Athlet aber besiegen. So durfte er sich im achten Rang neben seinem Bruder Remo den Kranz aufsetzen lassen.
Podestplätze für Reichens und Jaggi
Marco Lauener startete im zweiten Jahr in der Leistungsklasse 2. Im Steinheben holte er sich die Maximalnote, im Bodenturnen brillierte Lauener mit seiner Körperspannung und wurde mit 9,5 Punkten belohnt. Auch im Weitsprung und Sprint zeigte der Reichenbacher gute Leistungen, trotzdem mussten in den Zweikämpfen Siege her, um den Zweig zu holen. Lauener überzeugte und lieferte. Neben der Niederlage im zweiten Gang gegen Kranzschwinger Cyrill Krieg, welchem er sehr lange Paroli bot, gewann Lauener die anderen drei Gänge. So verbesserte sich der 16-jährige Sanitärinstallateur-Lehrling vom 14. Rang nach den Vornoten auf den fünften Rang und holte sich den Doppelzweig.
In der Kategorie L1 war David Reichen am Start. Nach langer Verletzungspause zeigte der Krattiger sehr gute Vornoten. Die zwei Maximalnoten im Steinheben und Steinstossen sowie 9,8 Punkte im Weitsprung und 9 Punkte im Lauf ergaben den fünften Rang nach den Vornoten. Mit einem Plattwurf im ersten der drei Gänge näherte sich Reichen noch mehr der absoluten Spitze. Um den Schlussgang stellte Reichen zwar im Ringen, der abschliessende Plattwurf im Schwingen sicherte dem 15-jährigen Schüler den tollen zweiten Rang. In der Jugendklasse 2 starteten Elia Jaggi und Dario Reichen gegen die um ein Jahr älteren Konkurrenten. Jaggi als Schweizermeister im letzten Jahr und Reichen als Sieger des Eidgenössischen Turnfestes im letzten Sommer zeigten, dass auch hier mit ihnen zu rechnen ist. Neu müssen die beiden vier Vornoten machen, der Reichenbacher Jaggi holte sich 38,3 Punkte, der Krattiger Reichen vier Zehntelspunkte weniger. Die beiden sind nicht nur in den Vornoten gut, sondern umso mehr in den Zweikämpfen. So gewannen sie jeweils ihre beiden Kämpfe im Ringen, Jaggi sicherte sich so den zweiten Rang, Reichen den dritten Rang.



