Das Gemeindeforum Berner Oberland wurde in Interlaken erstmals um ein Gesundheitsforum erweitert. Politiker, Verwaltungsfachleute und Grossräte tauschten sich zu aktuellen Herausforderungen aus.
Karin Ritschard Ugi (Spitäler fmi AG) und David Roten (Spital STS AG) skizzierten die Lage der Akutspitäler: Fachkräftemangel, nicht kostendeckende Ta-
FRUTIGLÄNDER rife und Digitalisierung setzen die Häuser unter Druck. Als Lösung fördert der Kanton Bern die integrierte Versorgung im Rahmen des 4+-Regionen-Modells. Die regionalen Spitalzentren übernehmen den Lead für die Vernetzung. Konkret vertiefen fmi und STS ihre Zusammenarbeit, und im Kandertal entsteht ein Gesundheitsnetzwerk als Pilotprojekt. Roten betonte: «Medizinischer Fortschritt bedeutet Spezialisierung.» Nicht alle Standorte können langfristig das volle Leistungsangebot aufrechterhalten.
Haftungsrisiko und Verantwortungsbewusstsein
Martin Hofer (Rettungsdienste fmi AG) erläuterte die komplexe Organisation der Rettungsdienste Berner Oberland AG. 193 Mitarbeitende und 21 Ambulanzen sichern die Versorgung, unterstützt durch First- und Rapid-Responder.
Im zweiten Teil zum Thema «Haftung und Verantwortung in der Gemeinde» referierte Jürg Wichtermann (Verband Berner Gemeinden). Mit Blick auf die Brandkatastrophe in Crans-Montana und den Bondo-Prozess stellte er klar: Bei sorgfältiger Arbeit ist das persönliche Haftungsrisiko überschaubar; meist haftet die Gemeinde als Institution. Regierungsstatthalter Peter Zumbrunn unterstrich dies anhand seiner Erfahrungen beim Hochwasser 2024 in Brienz. Ranger Matthias Schaller zeigte abschliessend auf, wie wichtig VerantworDie Rettungsdienste im Oberland – hier der Notfall in Frutigen – sind wichtige aber komplexe Organisationen. BILD: HANS RUDOLF SCHNEIDER tungsbewusstsein auch im Umgang mit Touristen in der Natur ist.
Think Tank zur integrierten Versorgung
Im Vorfeld wurde ein Think Tank mit Vertretern aller Versorgungsbereiche gebildet. Die Ergebnisse:
• Der Austausch fördert Vernetzung und Verständnis; der Think Tank wird weitergeführt. • Die Spitäler STS und FMI übernehmen den Lead beim Aufbau lokaler Netzwerke zur Umsetzung der integrierten Versorgung.
• Der regelmässige Dialog mit den Gemeinden wird ins Gemeindeforum integriert, um Bedürfnisse frühzeitig zu erkennen.
Der vollständige Bericht ist unter volkswirtschaftbeo.ch/think-thank-gesundheit einsehbar.



