Fabian Trüssel ist 39 Jahre alt, in Steffisburg aufgewachsen und arbeitet seit zehn Jahren als Bestatter bei der Firma Lochbrunner Bestattungen. Im Gespräch erzählt er von seinem ungewöhnlichen beruflichen Werdegang, den Herausforderungen seines Berufs und davon, warum die Begleitung von Angehörigen für ihn eine sinnstiftende Aufgabe ist.
Schon als Kind hatte Trüssel Berührungspunkte mit dem Thema Alter und Vergänglichkeit. Er wuchs neben einem Altersheim auf, in dem seine Eltern arbeiteten. Nach der neunten Klasse absolvierte er eine Ausbildung zum Landwirt. Anschliessend trat er ins Militär ein und liess sich dort zum Militärhundeführer ausbilden. Durch die Arbeit mit seinem Hund fand er später den Weg in den Sicherheitsdienst, wo er neun Jahre tätig war. Irgendwann verspürte er jedoch den Wunsch nach einer Veränderung. Er entschied sich, gemeinsam mit seinem Hund auf eine einjährige Wanderung zu gehen. Das Abenteuer endete allerdings bereits nach zwei Wochen; Trüssel stellte fest, dass ihm die Nähe zu Familie, Freunden und seinem gewohnten Umfeld fehlte. Durch den Abbruch seines Projekts hatte er Zeit, sich nach einer neuen beruflichen Herausforderung umzusehen. Dabei spielte der Zufall eine wichtige Rolle. Die heutige Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma Lochbrunner Bestattungen, Yvonne Tschanz, kannte ihn von seinem früheren Arbeitgeber und fragte ihn, ob die Tätigkeit als Bestatter etwas für ihn wäre. Da das Unternehmen damals eine Stelle zu besetzen hatte, schaute sich Fabian Trüssel den Beruf genauer an. Was zunächst nur ein Gedanke war, entwickelte sich zu seiner Berufung. Heute ist er seit zehn Jahren als Bestatter tätig.



