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Gemeinsam anpacken auf der Elsigenalp

Seit diesem Jahr unterstützen Peter und Susanne Brügger während des Sommers einen kleinen Verein namens «Zäme zBärg». Sie geben Menschen mit Beeinträchtigung die Möglichkeit, eine Woche aktive Ferien auf der Elsigenalp zu verbringen.

Beim Eintreffen auf der Elsigenalp, auf Susanne und Peter Brüggers Terrasse, sitzt Christoph Boschung. Er reibt mit grossem Eifer Käse für die Lasagne, die es zum Mittagessen geben wird. Der junge Mann aus Düdingen hat eine kognitive Beeinträchtigung. Dank des Vereins «Zäme zBärg» hat er die Möglichkeit, eine Woche bei Familie Brügger zu verbringen. Freudig erzählt er, dass er den Kuchen, der später zum Kaffee serviert wird, selbst gebacken hat.

Ein kleiner Verein mit grosser Wirkung

Der Verein ist eine kleine, anerkannte Organisation in der Schweiz. Er wird im Kern von zwei Personen getragen: Angelina Oberli und Martina Keller, die sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit voll und ganz der Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung verschrieben haben. Angelina Oberli ist ausgebildete Pflegefachfrau am Spital Interlaken und für die Organisation zuständig. Martina Keller, die ebenfalls zwei Wochen auf der Alp mithalf, kümmert sich um das Finanzielle und das Versicherungswesen.

Seit Oberli 16 ist, hat sie zahlreiche Lager mit PlusSport geleitet. Ausserdem liebt sie das Leben und die Arbeit auf der Alp. So kam sie auf die Idee, Menschen wie Christoph Boschung während ihrer Ferienzeit ins Alpleben zu integrieren. Auf Umwegen kam sie in Kontakt mit Susanne und Peter Brügger auf der Elsigenalp – daraus entstand eine wunderbare Gemeinschaft. Da Brüggers selbst einen Sohn mit Beeinträchtigung haben, verfügen sie über das nötige Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, diese Idee von «Zäme zBärg» zu unterstützen. In diesem Sommer kamen so zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit kognitiver Beeinträchtigung, die körperlich recht fit sind, in den Genuss, eine Woche bei Familie Brügger zu verbringen. Das Alterssegment der einen Frau und der elf Männer reichte von acht bis 60 Jahren.

«Es het gfägt!»

Auf die Frage, wie es ihm hier auf der Elsigenalp gehe und wie es ihm gefalle, sprudelt es so richtig aus Christoph Boschung heraus. Stolz erklärt er, dass er zu Hause in einer Bäckerei arbeite. Angelina Oberli lernte er in einem Skilager kennen. Die Arbeiten auf der Alp scheinen ihm auf den Leib geschneidert zu sein. Stolz berichtet er vom Käseputzen, Kälbertränken, von den Stallarbeiten, vom Melken, vom «Schwenten» und natürlich vom Backen. Ausserdem ist er ein grosser Fan von volkstümlicher Musik, und zwischendurch kommt immer wieder die begeisterte Bemerkung: «Es fägt!»

Eine eingeschworene Gemeinschaft

Liebevoll nennt Boschung Peter und Susanne Brügger seine «Bauerneltern» und deren Sohn seinen «Bauernbruder». Angelina Oberli lobt besonders das Zusammenspiel mit der Familie: «Man war wirklich ein Team, und es war immer ein Geben und Nehmen.» Und immer wieder sei sie beeindruckt, wie die Teilnehmenden aufblühen und welche verborgenen Fähigkeiten beim Alpleben zum Vorschein kommen. Dies gelte voll und ganz auch für Christoph: Er sei überaus motiviert, wolle kaum Pausen machen und packe überall tatkräftig an. Auch Brüggers sind überaus positiv überrascht und haben ihn wie die anderen Teilnehmenden fest ins Herz geschlossen.

Leider muss sich der begeisterte Älpler Christoph Boschung bereits am Freitag von den Brüggers, von Angelina Oberli und von der Elsigenalp verabschieden, da die Familie hinunter auf die Weide zügelt. Man merkt, dass der Abschied allen schwerfallen wird. Auch der Autor, der selbst mit einem Bruder mit Beeinträchtigung aufgewachsen ist, zeigt sich von der Atmosphäre tief bewegt und beeindruckt.

Mehr Infos: zäme-zbärg.ch

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