StartGemeindenAdelboden«Direttissima» nimmt eine Hürde

«Direttissima» nimmt eine Hürde

Der Ersatzneubau der Sillerenbahn ist einen Schritt weiter: Das Projekt «Direttissima» kann in die öffentliche Auflage gehen. Die Bergbahnen Adelboden halten aktuell am Ziel einer Teileröffnung im Dezember 2027 fest.

Die Verantwortlichen der Bergbahnen Adelboden (BAAG) sind erleichtert: Sämtliche vom Bau der neuen Seilbahn betroffenen Grundeigentümerinnen und -eigentümer haben ihr Einverständnis zum Vorhaben erteilt. Das Projekt, das bereits vor einiger Zeit beim Bundesamt für Verkehr (BAV) eingereicht wurde, kann nun öffentlich aufgelegt werden. «Damit kommt die Umsetzung des Ersatzneubaus der Sillerenbahn einen entscheidenden Schritt näher», wie die BAAG in einer Mitteilung schreibt.

Dezember 2027 als Ziel

Wann die neue Bahn definitiv in Betrieb gehen kann, lasse sich zum heutigen Zeitpunkt noch nicht mit absoluter Sicherheit sagen, da noch verschiedene Verfahrens- und Planungsschritte notwendig seien. Und der Zeitplan wird als ausgesprochen sportlich bezeichnet: «Wir wissen, dass dieser sehr anspruchsvoll ist. Gleichzeitig haben wir in den vergangenen Monaten wichtige Vorarbeiten geleistet. Im Idealfall können wir die neue Bahn bereits im Dezember 2027 teilweise in Betrieb nehmen. Darauf arbeiten wir mit voller Kraft hin und sind dafür auf die Unterstützung der Behörden angewiesen», sagt René Müller, der Verwaltungsratspräsident der BAAG.

Die rund 35,5 Millionen Franken teure «Direttissima» ersetzt die 1990 erstellte Sechser-Gondelbahn. Die neue Bahn soll die Gäste künftig in rund zehn Minuten von der Talstation Oey direkt auf den Sillerenbühl bringen. «Sie schafft mehr Komfort, verbessert die Leistungsfähigkeit und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Destination Adelboden-Lenk langfristig», heisst es seitens des Unternehmens.

Kapitalerhöhung wird weitergeführt

Parallel zur Konkretisierung des Projekts führt die BAAG die angelaufene Kapitalerhöhung weiter. Für die Finanzierung der neuen Seilbahn sind bereits rund 4,9 Millionen Franken gezeichnet worden (der «Frutigländer» berichtete); davon sind gegen 2,5 Millionen Franken Wandeldarlehen. Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung, von bestehenden und neuen Aktionärinnen und Aktionären, dem Gewerbe, privaten Geldgebern sowie der öffentlichen Hand sei für die BAAG ein wichtiges Zeichen, so die Bahn.

Die Eigenkapitalbasis soll zudem weiter gestärkt werden. «Jetzt, wo die ‹Direttissima› einen weiteren Schritt Richtung Realisierung gemacht hat, wollen wir auch bei der Kapitalbeschaffung vorwärtsgehen. Wir freuen uns über jede weitere Unterstützung», sagt Müller und fügt an: «Jeder zusätzliche Franken stärkt die finanzielle Basis unseres Unternehmens und schafft zusätzlichen Handlungsspielraum für die Realisierung.» Die Unterstützung zeige, dass das Projekt in Adelboden und der Region getragen werde. «Nun gilt es, diesen Rückenwind zu nutzen und die nächsten Schritte konsequent anzugehen», so René Müller. Bei Infrastrukturprojekten sind Eigenmittel ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die von der Generalversammlung im November 2025 beschlossenen Statutenänderungen ermöglichen es dem Verwaltungsrat, innerhalb des genehmigten Kapitalbandes weitere Kapitalerhöhungen durchzuführen.

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