Kandersteg sagt Ja zu «Sion 2026» – vergeblich

Fr, 08. Jun. 2018

Am Freitagabend stimmte die Gemeindeversammlung einem Verpflichtungskredit über max. 1,2 Mio. Franken deutlich zu (Nettokredit für die Gemeinde: 900'000 Franken). Damit sollte u. a. die Zufahrtsstrasse zur Schanzenanlage ausgebaut werden. Doch das positive Signal zündete im Wallis nicht.

Gemäss Grobkonzept hätte die Gemeinde Kandersteg für die Spiele folgende Massnahmen treffen müssen:

- die raumplanerischen und baurechtlichen Massnahmen abwickeln;

- Administration und Begleitung während Planung, Aufbau, Durchführung und Rückbau sicherstellen, soweit sie dafür gemäss Vereinbarungen verantwortlich ist – dies wird wird Ressourcen in personeller, räumlicher und finanzieller Form erfordern;

- die Zufahrt zum Schanzengelände ab der Kantontsstrasse zu einer zweispurigen Strasse ausbauen;

- die Abflusskapazität der Abwassersysteme optimieren.

Für den Olympia-tauglichen Ausbau der Schanzenanlage «Nordic Arena», zum Beispiel einen neuen Sprungrichterturm, wäre im Wesentlichen das Nationale Nordische Skizentrum Kandersteg NNSK zuständig gewesen.

Doch das Wallis sagt Nein

Die Kandersteger Gemeindeversammlung galt als erster Stimmungstest für die Akzeptanz der Schweizer Olympia-Bewerbung in der Bevölkerung und fand unter grossem Medieninteresse statt. Dies wiederholte sich ich am Sonntag, dem 10. Juni, im Wallis: Dort wurde zum 4. Mal innerhalb von 50 Jahren über eine OIympia-Kandidatur abgestimmt. Konkret ging es um einen Verpflichtungskredit des Kantons von 100 Millionen Franken für die Organisation der Olympischen Winterspiele. Doch die traditionelle Olympiabegeisterung der Walliser scheint verflogen: Mit knapp 54 Prozent sagten die Stimmbürger Nein. Selbst Sion, der Dreh- und Angelpunkt der Kandidatur, lehnte den kantonalen Kredit mit fast 61 Prozent deutlich ab.

Mit dem Votum aus dem Nachbarkanton sind die Schweizer Olympiapläne an ein Ende gelangt. Der Berner Volkswirtschaftsdirektor Christoph Ammann hatte vor der entscheidenden Abstimmung vom Sonntag stets betont, bei einem Nein der Walliser werden Bern die Kandidatur nicht weiterverfolgen. Gleiches gilt für die anderen "Olympia-Kantone" Waadt und Fribourg.

Auch Italien mit Mailand und Turin, Österreich mit Graz und Schladming, Schweden mit Stockholm, die Türkei mit Erzurum, Kanada mit Calgary und Japan mit Sapporo haben sich für die Winterspiele 2016 beworben. Die Entscheidung des IOC fällt im Herbst 2019.

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Kommentare

Bravo Kandersteg! Nordische Kombination und Springen (Deutsche Medaillen-Hoffnungen) bringen viel Deutsches Publikum... Gute Endscheidung!
Ort (öffentlich): 
Eisenbach

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