Auf der Lauchernalp soll ein alpines Luxusresort entstehen, die Baukosten liegen wohl im dreistelligen Millionenbereich. Die hochfliegenden Pläne wecken Erinnerungen an ein gescheitertes Bäder- und Wellnessprojekt im Frutigland.
MARK POLLMEIER
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Auf der Lauchernalp soll ein alpines Luxusresort entstehen, die Baukosten liegen wohl im dreistelligen Millionenbereich. Die hochfliegenden Pläne wecken Erinnerungen an ein gescheitertes Bäder- und Wellnessprojekt im Frutigland.
MARK POLLMEIER
Vor ziemlich genau zehn Jahren war man in Adelboden zuversichtlich: Das «Alpenbad» sollte doch noch realisiert werden. Nachdem der angebliche arabische Investor Pearl of Kuwait Real Estate abgesprungen und die Schweizer Pearl of Switzerland Development SA eingesprungen war, wollte die Innovafina Projekt AG das 120-Millionen-Projekt nun finanzieren. Ende Oktober 2014 trafen sich auf dem Nevada-Areal Vertreter von Tourismus, Gemeinde, Baufirma und Investoren zum symbolischen Spatenstich.
Wie die Geschichte ausging, ist bekannt – in Adelboden wurde bis heute kein luxuriöses Wellness-Resort realisiert. Ein solches könnte nun aber auf der anderen Seite der Alpen gebaut werden: Die Legacy Investments AG mit Sitz in Unterägeri (ZG) plant auf der Lauchernalp das Projekt «Luxury Alpine Living». Gemäss Beschreibung auf der englischsprachigen Website des Unternehmens sollen dort unter anderem «42 brandneue, moderne Alpenapartments» entstehen, «freistehende Ski-in-Ski-out-Chalets» sowie ein «Clubhaus & Spa» von 450 Quadratmetern. Begleitend sind in Wiler ein Parkhaus und Einzelhandelsflächen in Planung.
Sportlicher Zeitplan
Das Apartmentgebäude und das Clubhaus sollen gemäss Investorenangaben bis Dezember 2025 fertiggestellt sein («Schlüsselübergabe Winter 2025»). Die Investitionssumme soll sich auf 250 Millionen Franken belaufen – gut das doppelte von dem, was das Adelbodner Alpenbad hätte kosten sollen.
Die Legacy Investments AG ist eine junge Firma, gegründet wurde sie gemäss Handelsregister im letzten Juni, der Verwaltungsrat besteht aus zwei Personen.
Die Lauchernalp boomt
Sollte das Millionenprojekt tatsächlich realisiert werden können, wäre zumindest der Standort geschickt gewählt. Nachdem sich die Lauchernalp Bergbahnen dem Magic Pass angeschlossen haben, konnten sie im vergangenen Geschäftsjahr 2023 / 24 ein Rekordergebnis erwirtschaften. Die Erträge stiegen im Sommer 2023 um 39,8 Prozent, im Winter 2023/24 um 29,8 Prozent. Auch die betriebseigene Gastronomie legte entsprechend zu.
Der Gesamtumsatz des Bergbahnunternehmens stieg um fast 30 Prozent und lag erstmals über der Acht-Millionen-Franken-Marke. Trotz steigender Kosten konnte ein EBITDA von 45,6 Prozent im Transportgeschäft und 41,4 Prozent im Gesamtunternehmen erzielt werden.