Das LWA will grosse Batterien bauen
20.06.2025 AdelbodenNeben einem soliden Jahresabschluss und einem Wechsel im Verwaltungsrat standen an der Generalversammlung der Licht- und Wasserwerk Adelboden AG (LWA) thematisch vor allem die künftigen Herausforderungen im Fokus, denen sich Energieversorger stellen müssen.
...Neben einem soliden Jahresabschluss und einem Wechsel im Verwaltungsrat standen an der Generalversammlung der Licht- und Wasserwerk Adelboden AG (LWA) thematisch vor allem die künftigen Herausforderungen im Fokus, denen sich Energieversorger stellen müssen.
«Früher war vieles über Jahre stabil, heute ist eine hohe Dynamik die Realität.» Mit diesen Worten eröffnete Verwaltungsratspräsident Peter Stähli die LWA-Generalversammlung und brachte damit die aktuellen Herausforderungen der Energiebranche auf den Punkt. Die Stromversorgung steht inmitten eines tiefgreifenden Wandels – geprägt von Dezentralisierung, Digitalisierung und Dekarbonisierung.
Intelligente Netze im Zentrum
Noch vor 25 Jahren konzentrierten sich Energieversorger hauptsächlich auf Netzplanung, Netzbau, Versorgungssicherheit und den Weiterverkauf von Elektrizität. Heute sind die Anforderungen deutlich komplexer. Im Zentrum steht der Aufbau eines intelligenten Stromnetzes mit smarten Zählern und digitaler Infrastruktur. Die Strombeschaffung erfolgt zunehmend datenbasiert und gesteuert durch ein strukturiertes Portfoliomanagement. Auch die Stromproduktion hat sich grundlegend verändert: Sie ist dezentraler, Konsumenten werden zu «Prosumern», also gleichzeitig zu Produzenten und Verbrauchern. Damit steigen auch die Anforderungen an die Flexibilität – insbesondere bei der Einspeisung von Solarstrom. Darüber hinaus entwickelt sich das klassische Kerngeschäft weiter. Energieversorger wie das LWA bieten zusätzliche Dienstleistungen wie etwa Abrechnungs- oder Optimierungslösungen an. Damit werden sie zu umfassenden Energiedienstleistern und -bewirtschaftern. «Trotz seiner überschaubaren Grösse sieht sich das LWA gerüstet, die bevorstehende Transformation aktiv mitzugestalten und die Energiezukunft innovativ zu prägen – insbesondere durch die enge Zusammenarbeit mit Energiepartnern aus der ganzen Schweiz», heisst es in einer Mitteilung.
Das LWA setzt auf Grossbatteriespeicher
Neben dem flächendeckenden Smartmeter-Einbau sowie Dienstleistungen rund um Stromabrechnung und Energieoptimierung setzt das LWA ein deutliches Zeichen für die Energiezukunft: In Adelboden plant das Unternehmen den Bau von zwei Grossbatteriespeichern. Diese spielen eine wichtige Rolle bei der Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz. Sie gleichen Schwankungen in der Stromproduktion aus, erhöhen die Versorgungssicherheit und leisten einen wichtigen Beitrag zur Netzstabilität. Die Batterien ermöglichen es, überschüssigen Strom zu speichern und bei Bedarf wieder ins Netz einzuspeisen. Die Projektierung für die erste Anlage ist bereits weit fortgeschritten – mit dem Baustart wird noch in diesem Jahr gerechnet.
Stabile Ergebnisse und ein neuer Kopf
Trotz einem Umsatzrückgang infolge sinkender Strompreise konnte das LWA dank höheren Einnahmen aus der Netznutzung, einer Steigerung im Bereich Energiedienstleistungen sowie gesenkten Betriebsaufwendungen ein erfreuliches Ergebnis erzielen. Sowohl auf Stufe Bruttogewinn als auch beim Gewinn vor Abschreibungen konnte man gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegen.
Nach 20 Jahren engagierter Tätigkeit im Verwaltungsrat demissionierte Jacqueline Ruch an der diesjährigen Generalversammlung. In rund 100 Verwaltungsratssitzungen brachte sie ihre wertvolle Expertise als Touristikerin und Gastgeberin ein, schreibt das LWA. Als Nachfolgerin wurde Martina Brügger, Immobilienmanagerin und Geschäftsführerin der Alpstyle Immobilien AG, einstimmig in den Verwaltungsrat gewählt.
HSF / LWA