Das Sommer-Camp – eine sportliche Erfolgsgeschichte
05.08.2025 SportZum zehnten Mal führte der EHC Adelboden das Sommer-Camp durch. Was 2016 als Trainingsmöglichkeit für den eigenen Nachwuchs begonnen hatte, hat sich längst zu einem etablierten und über die Kantonsgrenzen hinaus beliebten Angebot entwickelt.
...Zum zehnten Mal führte der EHC Adelboden das Sommer-Camp durch. Was 2016 als Trainingsmöglichkeit für den eigenen Nachwuchs begonnen hatte, hat sich längst zu einem etablierten und über die Kantonsgrenzen hinaus beliebten Angebot entwickelt.
«Wir wollten das Sommereis der Arena für unseren Nachwuchs nutzen», erzählt Thomas Willen, Initiator und Organisator des Camps. In seiner damaligen Funktion als Nachwuchschef des EHC Adelboden war es ihm ein Anliegen, Kindern und Jugendlichen zusätzliche Trainings zu bieten. In den Anfangsjahren nahmen rund 20 bis 30 Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen teil. «Als wir das Camp öffentlich ausschrieben, erhielten wir sofort zahlreiche Anmeldungen», berichtet Willen. Ursprünglich nahmen vor allem Kinder aus den damaligen Partnerclubs Kandersteg, Lenk-Zweisimmen und Gstaad teil. Doch schon bald kamen junge EishockeyspielerInnen aus dem ganzen Kanton Bern – und sogar von weiter her, etwa Kinder, deren Eltern ein Ferienhaus in Adelboden besitzen. In Spitzenjahren wurden bis zu 90 Teilnehmende gezählt. «Das sprengte zwar unsere Kapazitäten – aber ich sage ungern Nein, wenn ein Kind Hockey spielen möchte», sagt Willen schmunzelnd.
Engagiertes Leiterteam
Allein wäre ein solches Camp für Thomas Willen allerdings nicht zu stemmen gewesen. Doch er konnte stets auf ein motiviertes und kompetentes Team zählen. Zahlreiche TrainerInnen aus dem Nachwuchsbereich des lokalen Clubs unterstützen die Camp-Leitung regelmässig, so beispielsweise Beat Gehret als Goalie-Trainer. «Goalies gehen oft ein bisschen unter und mit Beat füllen wir auch diese Lücke», schätzt Willen die Arbeit von Gehret. Ein weiteres Beispiel ist Adrian Propst, der neben dem Eis- und Off-Ice-Training auch einen Schleifservice für die Schlittschuhe anbietet und sich mit viel Herzblut für den Nachwuchs einsetzt.
Eine zentrale Figur im Camp ist laut Willen Andrea Schranz – Nachwuchstrainerin, aktive Spielerin beim SC Bern und Vorbild, nicht nur für alle Mädchen im Eishockey. Mit ihren unerschöpflichen Ideen für Übungen und Spiele bereichere sie jedes Training. Ab dieser Saison wird Schranz das Amt des Nachwuchschefs von Willen übernehmen und dessen wichtige Arbeit fortführen.
Vorbilder für die Kleinen
Für die NachwuchsspielerInnen sind die jungen HilfstrainerInnen grosse Vorbilder und für Willen ein Glücksfall. Viele von ihnen stehen kurz vor dem Sprung in die Aktivmannschaften oder spielen bereits dort – waren aber erst gerade noch selbst Teil des Camps. Ihre Begeisterung für den Sport sei ansteckend und Motivation pur. Elia Gehret, Mathias und Etienne Josi sowie Nils und Malin Willen sind nur einige Beispiele dieser Generation. Sie waren schon als Sechsoder Siebenjährige Teil des Camps – und kehrten zum Jubiläums-Camp als Leiter zurück. Einige haben keines der Camps verpasst – sie nehmen sich extra jeweils mehrere Tage frei, um dabei zu sein.
Internationales Eishockeywissen
Für zusätzliche Abwechslung sorgen regelmässig externe Gäste mit beeindruckendem Know-how. Dieses Jahr waren mit Beat «Luti» Lautenschlager und Scott Jacklin zwei bekannte Namen für je zwei Tage in Adelboden. Jacklin ist aktuell Assistant Coach bei der U21-Elite der SCL Young Tigers und als Skills-Coach im gesamten Verein tätig. Seine Trainings kommen bei den Teilnehmenden hervorragend an – und mit seinem charmanten Englisch-Schweizerdeutsch bringt der gebürtige Kanadier internationales Flair ins Camp.
Lautenschlager, liebevoll «Luti» genannt, ist eine Koryphäe. Mit über 50 Jahren Erfahrung als Spieler und Trainer – unter anderem in der NLA und auf internationalem Eis – bereichert er das Camp jedes Mal aufs Neue. Für Willen sind die beiden ein Glückstreffer: «Von Luti und Scott können wir alle enorm profitieren. Es ist ein Geschenk, solche Persönlichkeiten im Team zu haben.»
Off-Ice-Programm mit Tennis
Dieses Jahr waren besonders viele junge Kinder im Camp – das jüngste gerade mal sieben Jahre alt. Trotzdem lief alles reibungslos. Beim Schuhbinden halfen oft Mütter oder Trainer, ansonsten bewältigten die Kleinen vieles selbstständig. Neben den Einheiten auf dem Eis sorgten abwechslungsreiche Trainings abseits des Eises für ein ausgewogenes Programm – etwa Tenniseinheiten mit der Tennisschule Guadalupi.
Matteo Flückiger aus Lyss war zum ersten Mal dabei. «Das Tennis war neben dem Eishockey echt cool», meint er begeistert. Er hatte von anderen vom Camp gehört, war sofort begeistert und brachte gleich zwei Freunde mit, die ebenfalls Feuer fingen und auch nächstes Jahr wieder dabei sein möchten. Für den Initianten Thomas Willen ist das ein besonderes Kompliment. «Wenn die Kinder wiederkommen wollen, haben wir wohl nicht viel falsch gemacht.» Auf das Erfolgsrezept angesprochen, meint Willen: «Die familiäre Atmosphäre ist sicher ein grosser Pluspunkt. Und das fundierte Eishockeywissen wissen viele zu schätzen.» Auch im Sommer 2026 wird das Camp wieder stattfinden – zur Freude aller Beteiligten.
BARBARA WILLEN