Das Suldtal ist eine touristische Perle im Frutigland. Das idyllisch gelegene Gasthaus Suld baut derzeit die umweltschonende Energieversorgung aus und investiert in Solarpanels. Doch auch für das hundertjährige Wasserrad gibt es neue Aufgaben.
HANS RUDOLF ...
Das Suldtal ist eine touristische Perle im Frutigland. Das idyllisch gelegene Gasthaus Suld baut derzeit die umweltschonende Energieversorgung aus und investiert in Solarpanels. Doch auch für das hundertjährige Wasserrad gibt es neue Aufgaben.
HANS RUDOLF SCHNEIDER
Am Karfreitag soll die Saison im Gasthaus Suld starten – dabei herrscht vor Ort schon lange Hochbetrieb. Die Arbeiter sind genauso im Endspurt wie Heidi und Adrian Bircher: Diese haben den Betrieb vor zwei Jahren zusammen mit Silvia und Rolf Zurbrügg übernommen – und investieren und modernisieren. Bevor die grosse Terrasse aber für die Gäste bereit ist, müssen noch die Panels der neuen Photovoltaikanlage auf der benachbarten ehemaligen Sägerei installiert werden. Bircher ist optimistisch, dass das zeitlich klappt, denn Wanderer und Biker hat es beim frühlingshaften Wetter bereits etliche unterwegs im Suldtal.
Wasser und Sonne statt Diesel
Die Energieversorgung ist derzeit mit dem betriebseigenen Wasserrad (3 kW) und vor allem mit einem Dieselgenerator sichergestellt, am öffentlichen Netz war das Gasthaus gar nie angeschlossen. Die Küche des Restaurants mit 270 Aussen- und 100 Innenplätzen funktioniert mit Gas. Das Ziel ist gemäss Rolf Zurbrügg, dass im ersten Schritt gut 50 Prozent des Strombedarfs aus Wasser und Solaranlage gedeckt werden und so der Dieselverbrauch reduziert werden kann. Die 148 Panels sollen rund 22,9 kWp leisten. «Wir können rund 20 Tonnen CO2 reduzieren. Zudem ist geplant, auch weitere Dächer des Betriebes mit Panels zu versehen und möglichst unabhängig zu werden.»
Der Umbau und die neuen Installationen haben so ihre Tücken, wie Adrian Bircher erklärt. Das alte Holzgebäude – vom Kanton als erhaltenswert eingestuft – musste zuerst ins Lot gebracht werden, damit überhaupt Kollektoren installiert werden können. «Wir mussten das schiefe Gebäude auf einer Seite unterschiedlich hochheben, mit neuen Fundamenten versehen und entsprechend verstärken. Bei dieser Sanierung haben wir den sichtbaren Teil des Unterdachs gleich mit Schindeln verkleidet, das sieht viel besser aus», erzählt er erfreut. Im Einsatz sind lokale Handwerker und unterstützt wird das Projekt von der Schweizer Berghilfe.
Die Sägerei soll wieder aufleben
Die zusätzlichen Arbeiten haben einen längerfristigen Grund. Erstmals ist nämlich eine Sägerei im Suld im 16. Jahrhundert belegt. Die «Suld-Beiz» war offenbar das erste Gebäude in der Gemeinde Aeschi, das ab 1925 dank des Wasserrades über elektrischen Strom verfügte. Die nach dem Besitzerwechsel vorgefundene Gattersäge stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde bis 1963 mit Wasserkraft betrieben. Seither wird das Wasserrad nur für die Stromproduktion genutzt. Die Idee ist, dass die Säge restauriert und wieder betriebsbereit gemacht wird. Mittlerweile sind etliche der alten massiven Teile des historischen Antriebs ausgebaut und werden wieder instand gestellt. Die Schausägerei soll als Anziehungspunkt für die Gäste dienen. Of!ziell starten wird das Sanierungsprojekt am Schweizerischen Mühletag vom 31. Mai – mit der Suche nach Sponsoren.
www.gasthaus-suld.ch/www.alti-sagi-suld.ch