Einweihungs- und Jubiläumsfest
03.09.2024 Aeschi, AeschiriedAm vergangenen Samstag feierte das Internat Grosshaus aus Diemtigen sein 30-Jahr-Jubiläum. Gleichzeitig wurde die Aussenstelle Friedegg in Aeschi eingeweiht: Drei Neubauten, die unter Einbezug von Jugendlichen und Ehemaligen in ein wahres Bijou verwandelt worden waren, konnten ...
Am vergangenen Samstag feierte das Internat Grosshaus aus Diemtigen sein 30-Jahr-Jubiläum. Gleichzeitig wurde die Aussenstelle Friedegg in Aeschi eingeweiht: Drei Neubauten, die unter Einbezug von Jugendlichen und Ehemaligen in ein wahres Bijou verwandelt worden waren, konnten begutachtet werden. Hunderte von Interessierten besuchten den Anlass. GALERIE
MICHAEL SCHINNERLING
Bei der Friedegg in Aeschi stehen nun drei Neubauten nebeneinander. «Im ehemaligen Hotel sind acht Wohnungen, ein Café und das Sekretariat des Internats untergebracht», erläutert Urs Merian, Institutionsleiter der Stiftung Grosshaus Diemtigen und Friedegg. «Im mittleren Haus leben aktuell elf jugendliche Autisten im Alter von 14 bis 20 Jahren, die auch in den internen Schulräumen ausgebildet werden. Das dritte Haus ist älteren Menschen vorbehalten. Sie können dort Wohnungen mieten, zu denen auch ein grosser Gemeinschaftsraum, eine kleine Kapelle, ein Fitnessraum und eine Werkstatt gehören.»
Früheres Hotel umgebaut
Noch vor vier Jahren stand an gleicher Stelle das heruntergekommene 87-Betten-Hotel Friedegg mit der dazugehörigen Dependance. In den letzten Jahren wurde das in der Bausubstanz marode Gebäude zu einem Bijou umgebaut. Externe Betriebe, das eigene Bauteam, aber auch Jugendliche packten mit an. Vieles wurde in Eigenleistung erbracht.
«Ich habe während der Bauzeit gesehen, dass Junge bei der Sanierung mitgeholfen haben», sagte Gemeindepräsident Christian Däpp zum Neubau. Es sei doch immer eine gute Sache, wenn selbst mit angepackt werde. «Das gibt einem solchen Bauprojekt einen ganz anderen Wert, eine persönliche (Ver-) Bindung.» Wie bei jedem Bau sei er auch hier dankbar, dass alles unfallfrei realisiert werden konnte. «Das ist generell nicht selbstverständlich – und erst recht nicht, wenn so ein grosser Anteil ‹Nicht-Fachleute› mitwirkt.»
Däpp lobte auch die geschaffenen Alterswohnungen. Selbstständig und doch betreut alt zu werden – darin sehe er viel Lebensqualität, gerade auch für ältere Menschen, die ohne ein solches Angebot alleine wären.
Grosses Fest mit vielfältigen Angeboten
Die BesucherInnen konnten sich die neuen Räumlichkeiten am Samstag anschauen. Bei den Rundgängen war zu erfahren, was beim Bauen besonders herausfordernd gewesen war und wie nun mit den Jugendlichen gearbeitet wird.
Mit einem bunten Reigen an Aktivitäten wurden Jubiläum und Neubauprojekt gefeiert. So gab es ein Bull-Riding, zwei Hüpfburgen, ein riesiges Vier-gewinnt-Spiel, ein XXL-Fussball-Dart und Präsentationen aus einem Velolager der Jugendlichen. Beim Kasperlitheater von Manuela Steiner hiess es «Dr Kasperli u dr Pirateschatz». Bei Eljas und Benu Hiltbrand von der Gebäudehüllen GmbH konnte man sich mit einer 29 Meter hohen Hebebühne einen Überblick von oben verschaffen. Am späteren Nachmittag spielten Lukas Tschanz und Joel Graf Soul, Blues und Americana. Am Abend liess man den Anlass mit einem Grillbuffet ausklingen
Besuch von Ehemaligen und gute Gespräche
«Wir sind überwältigt vom Besucheraufmarsch», so Institutionsleiter Urs Merian. «Zudem hatten wir schöne Begegnungen mit vielen Interessierten aus der Region und mit ehemaligen Jugendlichen des Internats.» Der erste Schüler von Merian war vor langer Zeit David Eichenberger. Der 52-Jährige aus Wolhusen kam am Samstag, um sich einen Einblick in die neuen Räumlichkeiten zu verschaffen. «Ich bin begeistert, was ich hier sehe. Heute arbeite ich selber in diesem Bereich», liess Eichenberger wissen. Er und Merian hatten sich einiges zu erzählen.
Gut reden liess es sich auch in der angenehmen Atmosphäre des neu renovierten Café Friedegg, das ab sofort wieder offen ist.
Die Friedegg Aeschi in den letzten 15 Jahren
2009 wurden die Liegenschaften der Friedegg von der Vereinigung Freier Missionsgemeinden ans Internat Grosshaus verkauft.
2018 wurde das Konzept in der Friedegg auf Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung umgestellt und es wurden die ersten Mädchen und Jungen aufgenommen. Heute werden in Diemtigen und Aeschi insgesamt bis zu 32 Jugendliche betreut. 2022 wurde das Internat Grosshaus eine Stiftung und die Schulen bekamen den Status der besonderen Volksschulen im Kanton Bern.
PRESSEDIENST
GROSSHAUS DIEMTIGEN