Gute Noten fürs Berner Pflanzenschutzprojekt
09.07.2024 WirtschaftLANDWIRTSCHAFT Mit praxistauglichen Massnahmen lassen sich die Umweltrisiken durch Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft reduzieren. Dies zeigt der Schlussbericht eines breit angelegten kantonalen Versuchs.
Das Berner Pflanzenschutzprojekt hatte unter anderem zum ...
LANDWIRTSCHAFT Mit praxistauglichen Massnahmen lassen sich die Umweltrisiken durch Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft reduzieren. Dies zeigt der Schlussbericht eines breit angelegten kantonalen Versuchs.
Das Berner Pflanzenschutzprojekt hatte unter anderem zum Ziel, die Umweltrisiken durch Pflanzenschutzmittel in Oberflächengewässern zu reduzieren, ohne die Erträge dabei negativ zu beeinflussen. Zwischen 2017 und 2022 wurden dafür verschiedene Massnahmen umgesetzt, an denen sich im letzten Projektjahr über 3500 Landwirtschaftsbetriebe beteiligten. Dies entspricht rund 64 Prozent der Acker-, Gemüse-, Obstund Rebbaubetriebe des Kantons.
Die Ziele wurden übertroffen
In besagten sechs Jahren sank die Belastung durch Pflanzenschutzmittel in den Gewässern aufgrund verschiedener Massnahmen. Besonders wirkungsvoll sind Sanierungen von Waschplätzen, damit Spritz- oder Sprühgeräte sicherer und gewässerschutzkonform befüllt und gewaschen werden können. Mit dieser Massnahme konnte der Anteil an Pflanzenschutzmitteln in den untersuchten Kläranlagen um 65 bis 79 Prozent reduziert werden, was das Projektziel deutlich übertraf. Auch die Gewässerbelastungen in den zwei untersuchten Einzugsgebieten sanken um rund 40 beziehungsweise um 80 Prozent.
Werden jedoch alle Wirkstoffe einheitlich anhand von sogenannten stoffspezifischen chronischen Qualitätskriterien (CQK) beurteilt, zeigt sich, dass die Anzahl Überschreitungen immer noch ziemlich gross ist und die Gewässerorganismen nach wie vor einem Risiko ausgesetzt sind.
Die Ernte leidet kaum
Die landwirtschaftlichen Erträge wurden trotz einer Reduktion von Herbiziden und Fungiziden nicht wesentlich beeinträchtigt, was als Erfolg gewertet wird. Zwar wurden die Projektziele bezüglich Ausweitung der Ackerfläche ohne Herbizid-Einsatz (7,4 Prozent statt 10 Prozent) und Reduktion des Einsatzes von Fungizid (4072 ha statt 7645 ha) nicht ganz erreicht. Mengenmässig konnten jedoch geschätzte 1770 kg Fungizid- und 22 kg Insektizid-Wirkstoffe jährlich eingespart werden, was einer 32- bzw. 20-prozentigen Reduktion des Fungizid- resp. Insektizid-Einsatzes im Ackerbau entspricht.
Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen nun massgebend dazu beitragen, unerwünschte Nebenwirkungen von Stoffen weiter reduzieren zu können.
10 Millionen Franken pro Jahr
Die Gesamtkosten des Berner Pflanzenschutzprojekts beliefen sich verteilt auf die sechs Jahre auf rund 61 Millionen Franken. Davon übernahm der Bund 49 Millionen Franken. Die restlichen 12 Millionen Franken wurden vom Kanton Bern und der Berner Landwirtschaft getragen.
PRESSEDIENST KANTON BERN UND BERNER BAUERN VERBAND / REDAKTION