«Ich wandere selber gerne»
06.05.2025 Aeschi, Aeschiried, PorträtAls Werkhofchef-Stellvertreter ist Wegmeister Reto Gyger in der Gemeinde Aeschi auch für den Zustand der Wanderwege verantwortlich. Und zu seinem weiteren Arbeits-Teilgebiet «Grünprojekte» gehört nicht zuletzt das Pflanzen von Bäumen.
...Als Werkhofchef-Stellvertreter ist Wegmeister Reto Gyger in der Gemeinde Aeschi auch für den Zustand der Wanderwege verantwortlich. Und zu seinem weiteren Arbeits-Teilgebiet «Grünprojekte» gehört nicht zuletzt das Pflanzen von Bäumen.
«Wenn jeder Mann in seinem Leben einmal einen Baum pflanzen sollte, dann habe ich das erfüllt, und zwar schon mehrfach», erklärt Reto Gyger lachend. Zusammen mit dem Lehrling Simon Morgenegg hat er – unterstützt durch die Spiezer Firma Henzelmann’s Baumpflege AG – am Eingang zum Suldtal soeben wieder mehrere Bergahorne gepflanzt und so Lücken im Bestand geschlossen.
Als Werkhofchef-Stellvertreter der Gemeinde Aeschi ist Reto Gyger im fünfköpfigen Team unter anderem für die Betreuung des Lehrlings zuständig. Dazu präzisiert er zugleich: «‹Fachmann Betriebsunterhalt Richtung Werkdienst› nennt sich diese Ausbildung heute.»
Wandern wird immer beliebter
Als Hauptverantwortlicher für die gut 80 Kilometer Wanderwege auf dem Gemeindegebiet kennt sich Reto Gyger in der Region bestens aus. «Ich wandere selber gerne und schätze dabei die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen. Vor 20 Jahren gehörten diese mehrheitlich der älteren Generation an. Seither sind nun aber viele junge Leute dazugekommen», sagt der 51-Jährige.
Während der Corona-Zeit habe man die «Neulinge» jeweils gut an der offensichtlich neu erstandenen Wanderausrüstung erkennen können. Und ja, an schönen Tagen könne die Parkplatzsituation seither wegen der vielen Tagestouristen schon mal prekär werden.
Nebst der Instandhaltung der Wege und Ruhebänkli gehört der Unterhalt der vier öffentlichen Brätlistellen und deren Versorgung mit Brennholz zu Gygers Aufgabenbereich. «Im Abstand von fünf bis sechs Jahren müssen zudem die diversen Holzbrücken saniert werden», hält er fest. Im Sommer erhält Reto Gyger jeweils während einer Woche Unterstützung von fünf Zivilschutz-Angehörigen.
«Die Bänkli-Wege sowie der Chugeli-Trail werden dagegen von Aeschi Tourismus selber betreut; und der Schneeschuh-Trail im Winter wird von Pensionären der Berner Wanderwege gepflegt.»
Zu den «Grünprojekten» des Werkhofs gehört auch die Bepflanzung des Kreisels im Dorfzentrum. «Aktuell wirkt er holländisch – grüsst mit einer bunten Tulpenpracht», erklärt der Wegmeister. «Zudem haben wir ab 2008 – nachdem wir zuvor bloss für die Erdbestattungen und Urnengräber zuständig gewesen waren – die Gestaltung des Friedhofs ganz übernommen.»
Bezüglich seiner vielseitigen Arbeitsgebiete, zu denen zusätzlich die Kanalisation der Gemeinde gehört, meint er: «So bin ich im Dienste der Gemeinde und der Natur gleichermassen unterwegs.»
Hier Winterdienst – dort Ruhezone
Im Winter gilt das Suldtal neuerdings als Wildruhezone und ist in der Zeit entsprechend nicht zugänglich. «Danach gilt aus dem Grund in diesem Gebiet bis am 31. Juli noch eine Leinenpflicht für Hunde», betont Gyger. Es seien oft viele Leute mit einem oder mehreren Vierbeinern unterwegs, berichtet er.
Deren Verhalten habe sich aber gebessert und biete wenig Grund zur Beanstandung. Erfreulicherweise werde der Zustand der Wanderwege oft auch gewürdigt. «So ist zum Beispiel die Pflege des Pochtenfall-Rundweges im Zusammengang mit der ViaBerna speziell gelobt worden.»
Der Winterdienst gestalte sich in Aeschi recht anspruchsvoll, hält der Werkhofchef-Stellvertreter fest. «Das Gemeindegebiet erstreckt sich mit seiner Hanglage von 680 auf über 1100 Meter über Meer, sodass die Schneedecke recht unterschiedlich ausfallen kann. Bei entsprechendem Schneefall starten wir morgens bereits um 3 Uhr mit unseren zwei Fahrzeugen, und je nachdem werden vier Privatfahrzeuge zusätzlich aufgeboten.» Je nach Wetterlage komme es vor, dass Spiez-seitig Schnee liege und auf der Seite gegen Mülenen keiner – oder umgekehrt.
«Festivitäten auf dem Gemeindegebiet hingegen tangieren uns übers Jahr hinweg kaum, da ist normalerweise das jeweilige OK zuständig. Wir müssen meistens nur die Verkehrssignalisationen bereitstellen.»
Selbs wenn der Nebel in letzter Zeit vermehrt auch nach Aeschi hochdrücke, gefalle es ihm hier sehr gut, sagt Gyger. Der Beruf sei in den letzten Jahren noch vielseitiger geworden, und der 1984 bereits grosszügig gebaute Werkhof – inklusive Zivilschutzanlage und Feuerwehrmagazin – habe mit dem Zukauf vieler Kleingeräte eine technische Aufrüstung erfahren. «Zudem verfügt die Anlage über eine Schlossereiwerkstätte, was meinem ursprünglichen Beruf entgegenkommt.»
PETER ROTHACHER