«Manchmal wünschten wir uns, dass mehr an einem Strick gezogen wird»
02.05.2025 LeserbriefDas Interview mit Herrn Lüthy (TALK) habe ich mit Interesse gelesen.
Gerne würde ich die Gelegenheit nutzen und folgende hypothetische Fragen an Herrn Lüthy (und unsere TouristikerInnen) stellen: Was denken Sie, wie reagiert die Bergbevölkerung darauf, wenn Sie die ...
Das Interview mit Herrn Lüthy (TALK) habe ich mit Interesse gelesen.
Gerne würde ich die Gelegenheit nutzen und folgende hypothetische Fragen an Herrn Lüthy (und unsere TouristikerInnen) stellen: Was denken Sie, wie reagiert die Bergbevölkerung darauf, wenn Sie die (schon jetzt nicht mehr ruhige) Zwischensaison noch vermarkten wollen? Darf ich Sie fragen, wo und wie intensiv Sie Werbung machen? Als SteuerzahlerInnen haben wir das Recht, diese Informationen zu erhalten. Die Kosten für die Werbung werden letztendlich von uns Steuerzaher-Innen getragen.
Haben Sie auch die atemberaubende Natur die in unserem Lebensraum gedeiht und wächst und die faszinierenden Wildtiere, die hier wohnen, leben, Junge aufziehen und Geborgenheit suchen, beziehungsweise deren Vertreter gefragt?
Unsere Natur und die Tiere sind durch den Tourismus überaus stark belastet. Beispielsweise die Steinböcke um und am Oeschinensee (sie verweilen in der Zwischensaison immer in den unteren Regionen und steigen später auf).
Sie finden keine Ruhe mehr in der Zwischensaison! Es pilgern immer mehr Menschen in der Zwischensaison an den See. Es wird gebaut und rauf und runter gefahren, Wald wird abgeholzt. Die Touristen verfolgen die Steinböcke bis in den Wald, um ein perfektes Foto zu schiessen. Haben Sie diese Touristen auch gerufen?
Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass Sie dabei sind, den Lebensraum der Bergbevölkerung inklusive der Wildtiere und der prächtigen Pflanzenwelt (notabene UNSEREN Lebensraum!!!!) immer intensiver touristisch zu vermarkten! Wer würde von der neuen Bahn profitieren? Die Natur? Die Verkehrsberuhigung im Dorf? Die steuerzahlende Bevölkerung? Oder wieder einfach nur der Tourismus? Muss in der Tat jede ruhige Ecke noch erschlossen werden?
Da stellen sich die Fragen:
Was ist die Natur wert?
Für welchen Preis verkauft man als Touristiker die Natur (UNESCO-Weltnaturerbe) und den Lebensraum?
Wo bleiben die Nachhaltigkeit und der Naturschutz? Sie animieren zehntausende von Touristen (sprich Massen) zum Reisen, dies mit unseren Steuergeldern. Das klingt doch wie ein Widerspruch!
So kann nur gehofft werden, dass Ihre Leuchttürme von Ihren Projekten keine allzu grosse Strahlkraft entwickeln.
PASCALE GAUDERON, KANDERSTEG
DIE REDAKTION BEHÄLT SICH VOR, EINGESANDTE LESERBRIEFE ZU KÜRZEN.