Murgänge werden abgelenkt
01.07.2025 AdelbodenMurgänge sind keine Seltenheit nach Unwettern oder längeren Regenfällen. Um weitere Schäden zu verhindern, will die Gemeinde an der Stiegelschwandstrasse im Margeli zusätzliche Dämme erstellen. Das Baugesuch ist derzeit publiziert.
HANS ...
Murgänge sind keine Seltenheit nach Unwettern oder längeren Regenfällen. Um weitere Schäden zu verhindern, will die Gemeinde an der Stiegelschwandstrasse im Margeli zusätzliche Dämme erstellen. Das Baugesuch ist derzeit publiziert.
HANS RUDOLF SCHNEIDER
Eine wirkliche Überraschung war es nicht: Am 13. Dezember 2023 ereignete sich nach länger anhaltender Nässe in Kombination mit der Schneeschmelze und weiteren Regenfällen aus der permanenten Rutschung Margeli eine Hangmure. Das Fazit: Das Wohngebäude an der Stiegelschwandstrasse 60 wurde beschädigt und grosse Bereiche der landwirtschaftlich genutzten Fläche wurden überführt, also mit Schutt und Erde bedeckt. Mit einem provisorischen Damm wurde die Wohnliegenschaft geschützt, es war aber klar, dass es noch zusätzliche Massnahmen benötigen würde, um auch die weiteren Wohngebäude in diesem Bereich schützen zu können.
Mehrere Etappen vorgesehen
Aktuell liegt ein Baugesuch der Gemeinde auf. Aus diesen Unterlagen wird ersichtlich, was konkret geplant wird. In einem ersten Schritt ist der zeitnahe Bau von Schutzmassnahmen – sprich Ablenkdämmen sowie Geländemodellierungen – im östlichen Bereich des betroffenen Gebietes und in einem zweiten, späteren Schritt die Planung von integralen Massnahmen im westlichen Bereich vorgesehen. Konkret heisst dies, dass dort der Schutz gegen Hangmuren sowie allenfalls zusätzlich auch gegen Murgang und Lawinen im Zusammenhang mit dem Stigelbach abgeklärt werden soll.
Kernstück der ersten Massnahmen ist die Anpassung der im Sommer 2024 errichteten provisorischen Aufschüttung oberhalb der Liegenschaft Stiegelschwandstrasse 60, die als Ablenkdamm dient. Durch zusätzliche Dämme, die mit lokal vorhandenem Material erstellt werden, soll insgesamt der Schutz von fünf Gebäuden erhöht werden. Diese würden in der Gefahrenkarte von rot (Gefährdung hoch) zu blau (mittel) oder gelb (gering) wechseln. Das verbaute Material stammt aus Schuttablagerungen von früheren Murgangereignissen. Oberhalb des Wanderweges sind seit einiger Zeit Wasseraustritte zu beobachten. Dieses Wasser fliesst über den Wanderweg in Richtung des bestehenden Ablenkdammes. Damit es nicht zu einer Vernässung und einer Schwächung des Damms kommt, soll eine Abflussrinne die kontrollierte Ableitung ermöglichen.
Bauarbeiten im Herbst geplant
In den Unterlagen ist festgehalten, dass der anschliessend vorhandene Schutz sehr gut sei und deutlich mehr Material aufhalten würde als beim Ereignis im 2023. Bis am 25. Juli können die Akten eingesehen und Einsprachen eingereicht werden. Die Variantenwahl der Massnahmen erfolgte in Absprache mit den betroffenen Anwohnern.
Die Kosten werden mit 750 000 Franken aufgeführt. Der entsprechene Bruttokredit ist von der Gemeindeversammlung im letzten April bewilligt worden. Bund und Kanton werden das Vorhaben mit einem Beitrag von 75 bis 80 Prozent subventionieren. Die Realisierung des Schutzprojekts soll im Idealfall innert zweier Monate im Herbst dieses Jahres erfolgen.