«Repräsentiert das Gebäude unser Selbstverständnis?»
11.06.2025 Aeschi, AeschiriedDie Bürgerinnen und Bürger von Aeschi wollen, dass die Gemeinde die Zukunft des Hauses Blüemlimatt am Dorfplatz an die Hand nimmt. Sie stimmten dazu einem Planungskredit von 300 000 Franken zu.
ANGELA KRENGER
Wie weiter mit dem Haus ...
Die Bürgerinnen und Bürger von Aeschi wollen, dass die Gemeinde die Zukunft des Hauses Blüemlimatt am Dorfplatz an die Hand nimmt. Sie stimmten dazu einem Planungskredit von 300 000 Franken zu.
ANGELA KRENGER
Wie weiter mit dem Haus Blüemlimatt am Dorfplatz? Diese Frage und die vom Gemeinderat vorgeschlagene Antwort wurden am Freitag, 6. Juni, an der Gemeindeversammlung in Aeschi besonders intensiv diskutiert. 126 Stimmberechtigte hatten sich dafür im Gemeindesaal eingefunden. Die Versammlung startete indes mit einer Wahl. Nach der Begrüssung durch den Gemeindepräsidenten Christian Däpp wurde Samuel Luginbühl als Ersatz für Paola Bircher gewählt. Deren Amtsdauer ist abgelaufen. Luginbühl, Zimmermann aus Mülenen, wird neu Mitglied der Schulkommission werden.
Diskussion um das Haus Blüemlimatt
«Die Blüemlimatt steht inmitten des Dorfs», sagte Bruno von Allmen, der Aeschiner Vize-Gemeinde- und Vize-Gedas Selbstverständnis der Bewohnerinnen und Bewohner von Aeschi?», fragte er die Anwesenden. Der Gemeinderat sei zur Antwort «Nein» gelangt. Von Allmen begann die Vorstellung des Traktandums mit den vielen Einschränkungen, die für das Gebäude gelten. So liegt die Liegenschaft in der Zone für öffentliche Nutzung (ZöN). Das Objekt befindet sich zudem innerhalb der Baugruppe A und ist damit ortsbildrelevant. Gleichzeitig befindet es sich in einem schlechten baulichen Zustand. «Es fanden bereits Besprechungen mit der kantonalen Denkmalpflege und dem Amt für Gemeinden und Raumplanung statt», heisst es in der Botschaft im Heft «Aeschi Info».
Handlungsspielraum schaffen
Doch die Lage sei komplex. Eine Sanierung sei verworfen worden, weil sie nicht rentabel wäre. Zudem stünde das Haus dann immer noch in der ZöN und wäre somit der öffentlichen Nutzung vorbehalten. Ein Ersatzneubau mit Gewerberäumen im EG und Wohnungen wäre nicht möglich. Auch ein Abbruch des Gebäudes wäre nicht ohne Weiteres gangbar, weil es ortsbildrelevant sei.
Um dennoch aktiv zu werden, schlägt der Gemeinderat ein qualitätssicherndes Verfahren vor. «Damit können wir feststellen: ‹Dürfen wir abbrechen? Wie muss ein Ersatzbau aussehen? Kann das Gebäude umgezont werden? Welchen Handlungsspielraum haben wir?›», sagte Bruno von Allmen. Gleichzeitig könne die Frage geklärt werden, wie sich die Bushaltestelle auf dem Dorfplatz für Menschen mit einer Beeinträchtigung gestalten lasse. Dabei seien die Antworten offen, ob schliesslich umgezont werden kann, wie er auf eine Frage aus dem Publikum antwortete. Die Gemeinde hat bei der Ecoptima AG eine Offerte für ein Planungsverfahren eingeholt. Demzufolge sei mit Kosten von 300 000 Franken zu rechnen. Das qualitätssichernde Verfahren würde dann zwischen drei und fünf Jahre dauern.
Ablehnung und Unterstützung
Der beantragte Kredit ist hoch, und die SVP-Sektion Aeschi stellte einen Rückweisungsantrag. Der Gewerbeverein Aeschi seinerseits hatte tags zuvor eine Eingabe gemacht, in der er den Antrag des Gemeinderats unterstützt. Es kam zur Abstimmung. Der Rückweisungsantrag der SVP wurde mit 91 zu 18 Stimmen abgelehnt. Danach stimmte die Versammlung über den Antrag des Gemeinderats ab. Dabei sprach sich eine Mehrheit der Anwesenden für den Planungskredit aus.
Weiter wurde eine Anpassung des Personalreglements angenommen. So werden die Entschädigungen für den Gemeinderat angehoben. Zudem wurde eine neue Gehaltsklasse eingeführt. Die Anpassung sei für die neue Stelle in der gemeinsamen Bauverwaltung Aeschi-Krattigen notwendig gewesen, erklärte der Gemeindeschreiber Lukas Berger. Auch die Revision des Feuerwehrreglements wurde genehmigt. Neu würde man ab 20 Jahren und nicht mehr ab 19 feuerwehrpflichtig, erläuterte der Gemeindepräsident eine der Anpassungen. Zudem sind etwa Zivilschutzangehörige nicht länger davon befreit.
2024 schliesst mit Plus ab
«Bestenfalls sollten mit der Selbstfinanzierung die Nettoinvestitionen bezahlt werden können. Das war letztes Jahr möglich. Deshalb hatten wir ein sehr gutes Finanzergebnis von 1,62 Millionen Franken», so Gisela Roth, Finanzverwalterin der Gemeinde. Der Gesamthaushalt schloss mit einem Ertragsüberschuss von 600 519.79 Franken ab. Die verschiedenen Auslagen wurden im «Aeschi Info» abgedruckt. Die Versammlung genehmigte die Jahresrechnung 2024.
Zum Schluss orientierte Christian Däpp über verschiedene aktuelle Themen. Die Gemeinde Aeschi will die Gemeinde Blatten finanziell unterstützen wie andere Gemeinden im ehemaligen Amt ebenfalls. Die Höhe des Betrags sei noch offen. Die Kostenberechnung für den Um- und Ausbau der Oberstufenschule sei zudem im Gange. Der entsprechende Baukredit sollte Anfang nächstes Jahr vorliegen, sagte der Gemeindepräsident. Der Baustart ist für 2027 angedacht.
Zwei Sporttalente geehrt
Gestützt auf das vom Gemeinderat erlassene Reglement «Ehrungen der Gemeinde Aeschi» werden alljährlich besonders erfolgreiche Einzel- und Mannschaftssportler, spezielle Leistungen aus dem kulturellen Bereich und aussergewöhnliche berufliche Erfolge von EinwohnerInnen gewürdigt.
Dieses Mal kam der Jungschütze Nico Wäfler zu dieser Ehre. Er hatte am Jurassischen Kantonalschützenfest im Juniorenstich den ersten Rang geschossen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Langläuferin Ursula Grossen. Sie gewann am Masters Worldcup 2025 in Klosters (GR) in der Kategorie «10 Kilometer freie Technik» in ihrer Altersgruppe den ersten Platz. Die Gemeinderätin Marianne Wenger übergab den beiden eine Urkunde zusammen mit einem Geschenk.
ANGELA KRENGER