Wiederholt war zu lesen, dass die Schlies– sung der Geburtenabteilung in Frutigen bedauert wird, dass man enttäuscht sei. Auch die Parteien sprachen von «Bedauern, aber zumindest würden Schwangerschaftsturnen etc und Nachbetreuung angeboten …» (Ist dazu ein Spital ...
Wiederholt war zu lesen, dass die Schlies– sung der Geburtenabteilung in Frutigen bedauert wird, dass man enttäuscht sei. Auch die Parteien sprachen von «Bedauern, aber zumindest würden Schwangerschaftsturnen etc und Nachbetreuung angeboten …» (Ist dazu ein Spital notwendig, bei einem gut funktionierenden Beleghebammensystem?)
Der Entscheid ist sozusagen akzeptiert. Er wird teilweise sogar gutgeheissen, da sonst die Krankenkassenprämien wieder steigen würden. Als ob sie nach Spitaloder Abteilungsschliessungen und unzähligen Entlassungen von Fachpersonal je gesunken wären (siehe St. Gallen, Münsingen, Tiefenau, Zweisimmen).
Spricht niemand Klartext? Die Schliessung und besonders auch das Vorgehen sind skandalös, unwürdig und höchst inakzeptabel.
In der Landwirtschaft werden unrentable Produktionen von Lebensmitteln subventioniert. Warum subventionieren wir nicht auch die Geburt, die Basis unseres Seins? Nicht erst die Ernährung?
Viele Dank an Ruedi Egli, Dr. Negri und die weiteren Aktiven, für welche die Schlies– sung der Geburtenabteilung inakzeptabel ist, das heisst an diejenigen, die an die Rettung der Geburtenabteilung glauben.
PS. Kürzlich hat der Ständerat der dauerhaften Fortführung des Sondersatzes der Mehrwertsteuer (3,8 statt 8,1 Prozent) für die Beherbergungsbranche zugestimmt. Der Nationalrat wird im Mai wohl ebenfalls zustimmen. Die den Touristen «verschenkten Steuerbeträge» würden sicherlich bei weitem reichen, um die Geburtenabteilung weiterzuführen. Eine Bitte an die gut vernetzten politischen Akteure und Akteurinnen in Bern: Setzt euch für den Erhalt der Geburtenabteilung in Frutigen ein, wie ihr dies auch für den Tourismus tut! Danke!
«Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.» Rumi, 1207 – 1273, Mystiker
SONJA ZURBUCHEN, WENGI/FRUTIGEN