Stimmt der eingeschlagene Weg?
16.05.2025 Mülenen, EmdthalDie «Grosswetterlage» bei der Niesenbahn ist stabil, dennoch ist der Verwaltungsrat nicht zufrieden mit dem Geschäftsgang. An der Aktionärsversammlung am Mittwoch wurde erklärt, was ändern muss.
HANS RUDOLF SCHNEIDER
Zwar wurden ...
Die «Grosswetterlage» bei der Niesenbahn ist stabil, dennoch ist der Verwaltungsrat nicht zufrieden mit dem Geschäftsgang. An der Aktionärsversammlung am Mittwoch wurde erklärt, was ändern muss.
HANS RUDOLF SCHNEIDER
Zwar wurden mit 87 837 einige Besucher weniger als im Vorjahr verzeichnet, dennoch resultierte ein stabiler Umsatz von knapp sechs Millionen Franken. Zudem ist die Erneuerung von Antrieb und Steuerung der über 100-jährigen leuchtendroten Standseilbahn auf den Niesen erfolgreich abgeschlossen worden. Rechnet man noch den gepachteten Gastrobetrieb auf der Elsigenalp dazu, werden es in der Rechnung 2024 erstmals sogar sieben Millionen Umsatz, wie VR-Präsident Daniel Fischer im Lötschbergsaal den anwesenden 422 AktionärInnen mitteilen konnte. Doch die Beurteilung der «Grosswetterlage» mit stabilen Zahlen wurde durch ein paar Wolken getrübt. Der Cashflow – also was Ende Jahr in der Kasse bleibt – ist mit 14 Prozent respektive 678 994 Franken zum zweiten Mal deutlich unter dem anvisierten Mindestziel von 20 Prozent respektive 1,3 Millionen Franken geblieben. Potenzial für Mehreinnahmen sieht man unter anderem noch bei Gruppenangeboten und bei den Übernachtungen im Berghaus.
Probleme mit der Gastronomie
Eine zentrale Rolle ausser dem nicht beeinflussbaren Wetter spielen jeweils die beiden Berghäuser. «Elsigen entwickelt sich erfreulich gut. Im dritten Jahr nach der Betriebsübernahme konnte bereits quasi eine schwarze Null erwirtschaftet werden», so Fischer. Das Ergebnis des Winters 2024/25 sei insgesamt ebenfalls ermutigend, und die Pacht wird fortgesetzt. «Wenn wir berücksichtigen, dass wir mit beiden Betrieben zusammen jetzt Ganzjahresstellen anbieten können, ist das ebenfalls viel wert.»
Der VR-Präsident sprach aber Personalengpässe und häufige Wechsel insbesondere auf dem Niesen an, was sich in unerwarteten Sonderkosten sowie Qualitätseinbussen beim Angebot negativ auswirkte. «Wir haben aber Massnahmen eingeleitet und können auf viele langjährige Mitarbeitende zählen.»
Schulden und Strategien
Insgesamt belief sich das Investitionsvolumen in beiden Sektionen der Niesenbahn von 2022 bis 2024 auf 4,2 Millionen Franken. Zusammen mit der vorangehenden Berghaus-Weiterentwicklung wurden insgesamt 11 Millionen Franken investiert. Der Investitionszyklus sei nun abgeschlossen, die langfristigen Verbindlichkeiten belaufen sich aktuell investitionsbedingt auf gut 6 Millionen Franken. «Nun müssen wir wieder Schulden abbauen», heisst das Motto der nächsten Jahre.
Zudem wird sich der komplett wiedergewählte Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung mit den Strategien für die nächsten Jahre beschäftigen. Eine Idee kam dann auch gleich aus dem Kreis der Aktionäre: Ein Kombibillet Niesen/Elsigenalp, um die Gäste stärker an das Unternehmen zu binden. Die Anregung wurde dankbar aufgenommen, und Daniel Fischer musste sichtlich erstaunt zugeben, dass man daran noch nie gedacht habe.
Für die Verantwortlichen der Niesenbahn AG ist aber eines klar: Qualität ist unabdingbar in einem Markt, der sich mehr und mehr «über den Preis – gegen unten – positioniert», wie das Modell des Magic Pass zeige. Den eingeschlagenen Weg werde man deshalb konsequent weiter verfolgen, genauso wie die regionale Verankerung bei den Lieferanten und die Marketing- und Angebotskonzentration auf den Schweizer Markt.
Dennoch gibt es spannende Fragestellungen für die strategische Entwicklung. Eine davon lautet: «Werden wir künftig zum Ganzjahresberg?»
Die Detailzahlen des Jahres 2024 werden auf www.niesen.ch/aktionaereaufgeschaltet.