«Wir haben hier noch ein richtiges Reitfest»
15.07.2025 SportVom 10. bis 13. Juli verwandelte sich die Bahnhofmatte in Kandersteg einmal mehr in einen Concoursplatz. Es fanden rund 1000 Starts in verschiedenen Kategorien statt.
Vier Tage lang bebte die Bahnhofmatte in Kandersteg wieder unter den Hufen der Vierbeiner und die ...
Vom 10. bis 13. Juli verwandelte sich die Bahnhofmatte in Kandersteg einmal mehr in einen Concoursplatz. Es fanden rund 1000 Starts in verschiedenen Kategorien statt.
Vier Tage lang bebte die Bahnhofmatte in Kandersteg wieder unter den Hufen der Vierbeiner und die ZuschauerInnen konnten bei schönstem Wetter und atemberaubender Bergkulisse Pferdesport auf hohem Niveau erleben. Die Spezialprüfung «Ride & Bike» lockte am Freitagabend viele ins Frutigland, die verkleideten Reiter und Biker erhielten dementsprechend grossen Applaus, die Stimmung war hervorragend. Am Sonntagnachmittag wurde es mit der Austragung der drei «Edelweiss-Finalprüfungen» dann nochmals spannend. In der Siegerrunde, in der die 30 besten Reiterpaare um den Sieg kämpften, wurde heftig mitgefiebert.
Im R/N 105 Final gewann schliesslich Marco Müller mit seinem Pferd «Leandro», im Final R/N 115 Gian Luca Keller mit «Toulana» und im R/N 125 Daniela Wüthrich mit «Amayum de Mars».
«Wir haben hier noch ein richtiges Reitfest, vier Tage lang. Das ist nur noch selten der Fall», bedauert Christa Bohny, welche an diesen Tagen für die VIP-Lounge zuständig war. Sie ist eine von den vielen HelferInnen aus dem Reitverein Kandersteg, welche am diesjährigen Concours grosse Arbeit leisteten. Hinzu kommt die freiwillige Mitarbeit zahlreicher Freunde und Bekannter.
1979 fand der erste offizielle Concours statt und seit 1985 dient die Bahnhofmatte als idealer Austragungsort. Für gute Reitbedingungen wird der ganze Platz hergerichtet und anschliessend sofort wieder geräumt, damit er als Parkplatz für die Gondelbahn zum Oeschinensee benutzt werden kann.
Für die Gäste standen dieses Jahr während des Reitfests 160 Pferdeboxen bereit, welche auch gerne benutzt wurden. «Viele Gäste verbringen hier ein paar Ferientage und schätzen diesen Service sehr», betont Christa Bohny.
Zwischenfall mit Boxen
Die zur Verfügung gestellten Boxen wurden in der Nacht auf Freitag allerdings von Unbekannten geöffnet und zahlreiche Reitpferde suchten das Weite. Sie konnten wieder zurückgebracht werden, teils mit leichten Verletzungen. «Dieses Ereignis hat uns alle zutiefst erschüttert», erklärte Christa Bohny mit Unverständnis. Dennoch, Fazit zieht das OK-Mitglied Christa Bohny ein positives. «Der diesjährige Concours war wieder ein totaler Erfolg», so Bohny vom Reitverein Kandersteg.
Das Pferde-Gen im Blut
Damit der Concours in Kandersteg zum grossen Reitfest wird, gibt es ein ausgewähltes Rahmenprogramm. Ein DJ und der Livemusiker Philipp Kanjo sorgten dafür, dass die Reitergemeinde unterhalten wurde und das Tanzbein schwingen konnte. Laut Christa Bohny macht das Rahmenprogramm den Charakter des Concours aus, was je länger, je mehr einmalig ist. «Bei anderen Tournieren kommen die aktiven TeilnehmerInnen oftmals angereist, absolvieren ihren Ritt und das wars dann auch schon.» Nicht so in Kandersteg: Da wird noch Kameradschaft gepflegt.
So auch an der Bar, wo Victoria Bohny tatkräftig mithilft. «Ich sass wohl eher im Sattel, als dass ich laufen konnte», so die Pferdeliebhaberin. Mit neun Jahren schaffte sie das Brevet, welches benötigt wird, um an Reitprüfungen zugelassen zu werden. Als sie zwölfjährig war, erlangte sie die Lizenz, um Hindernisse bis 135 cm zu überspringen. So nimmt sie in den Monaten April bis Oktober auch mindestens an drei Wochenenden im Monat aktiv an einer Reitveranstaltung teil. Ihre grössten Erfolge mit ihrem Pferd «Clarance», das sie seit acht Jahren reitet, erlangte sie mit der Klassierung im ZKVR-Championat und der Teilnahme an den Schweizermeisterschaften.
MARCEL MARMET