Positive Gemeindefinanzen
10.01.2025 RegionZwei Drittel der Bernischen Gemeinden schlossen ihre Jahresrechnung 2023 mit einem Plus ab. Der durchschnittliche Überschuss pro EinwohnerIn ist gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Franken gestiegen. Die Gemeinde Moutier konnte ihren Bilanzfehlbetrag komplett abtragen. Somit wiesen ...
Zwei Drittel der Bernischen Gemeinden schlossen ihre Jahresrechnung 2023 mit einem Plus ab. Der durchschnittliche Überschuss pro EinwohnerIn ist gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Franken gestiegen. Die Gemeinde Moutier konnte ihren Bilanzfehlbetrag komplett abtragen. Somit wiesen alle Berner Gemeinden einen Bilanzüberschuss aus.
Der Kanton Bern erhebt jedes Jahr statistische Daten zur Finanzlage der Gemeinden. Die Auswertung des Amtes für Gemeinden und Raumordnung dient den Gemeinden für die eigene Einordnung und zum Vergleich untereinander. Der Bericht zeigt zudem, wie wirksam die Finanzaufsicht des Kantons hinsichtlich der Gemeindefinanzen ist. Der Regierungsrat hat den Bericht und die Zahlen zur Kenntnis genommen.
Im Jahr 2023 betrug der durchschnittliche Ertragsüberschuss der Berner Gemeinden 211 Franken pro EinwohnerIn und lag damit deutlich über dem Vorjahreswert von 160 Franken. 221 der 337 Gemeinden schlossen ihren Gesamthaushalt mit einem Ertragsüberschuss ab. 116 Gemeinden schrieben dagegen rote Zahlen – 23 mehr als 2022.
Gute Entwicklung bei fast allen Kennzahlen
Das Ergebnis aus betrieblicher Tätigkeit fiel 2023 geringer aus als im Vorjahr. Es lag mit 22 Franken pro EinwohnerIn im Minus. Zwar stiegen die Einnahmen aus Steuern und Gebühren, jedoch wurden diese Mehrerträge von höheren Personal-, Sach- und Betriebsaufwendungen aufgezehrt. Wie 2022 wurde das positive Gesamtergebnis massgeblich dank höherer Finanzerträge erzielt.
Alle Berner Gemeinden wiesen per Ende 2023 frei verfügbares Eigenkapital in Form von Bilanzüberschüssen aus. Die Gemeinde Moutier, die im Vorjahr noch mit 2,2 Millionen Franken im Minus gestanden hatte, konnte ihren Fehlbetrag im Jahr 2023 vollständig abtragen. Der Bilanzüberschuss aller Gemeinden stieg um 134 Millionen Franken oder 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Reserven und die Vorfinanzierungen waren höher als noch 2022. Im Jahr 2023 entwickelten sich nahezu alle Kennzahlen positiv.
Kleine Veränderungen im Finanzausgleich
Die Berner Gemeinden haben 2023 wieder mehr investiert. Die Nettoinvestitionen stiegen um 17,6 Prozent auf insgesamt 752 Millionen Franken, was im Durchschnitt 714 Franken pro EinwohnerIn entspricht.
87 Prozent der Gemeinden bezogen 2023 Leistungen aus dem innerkantonalen Finanzausgleich (FILAG). Eine mittlere Gemeinde erhielt FILAG-Zahlungen im Umfang von 14,1 Prozent ihres ordentlichen Steuerertrags. Das ist leicht mehr als im Vorjahr (13,8 Prozent).
Den gesamten Bericht zu den Gemeindefinanzen finden Sie unter www.be.ch/gemfin.